Männergespräch

Je oller umso doller - Teil 35

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Männergespräch

Männergespräch

Jo Diarist

Zieh den Bruch, den du angedacht hast, mit allen Konsequenzen durch. Fang so schnell es geht, ein neues Leben an. Ob allein oder mit einer neuen Frau ist egal, aber verharre nicht in Vorwürfen und Selbstmitleid. Daran gehst du zugrunde.
Oder setz dich mit deiner Frau auseinander. Diskutiere das mit ihr aus. Und damit meine ich ein echtes Streitgespräch, bei dem es nicht nur Vorwürfe hagelt. Such die Schuld nicht nur bei ihr. Denk darüber nach, ob dein Verhalten nicht dazu beigetragen hat, dass es dazu kam.
Bevor du dich für eine der Varianten entscheidest, werde dir darüber klar, ob du ihr verzeihen könntest, und sei dir sicher, dass es Zeit braucht. Von heute auf morgen ist da nichts gerichtet.“
Puh, was für eine Ansprache. Nicht nur Thomas erstaunte das, mich auch. Wo hatte ich denn auf einmal solche Sprüche her, oder war es Sandra, die aus mir sprach? Es klang nach ihr. Sie lebte schon in mir.
Thomas schwieg, trank sein Bier aus, winkte dem Kellner, bestellte ein neues und zwei weitere Ouzo für uns.
„Das muss ich erst einmal setzen lassen“, meinte er schließlich beim Zuprosten.
Bis das Essen kam, nippten wir an unserem Bier und schwiegen uns an. Als der Kellner schließlich die Scampis bei Thomas abstellte, blickte der verwirrt auf.
„Hab ich das bestellt?“, fragte er.
„Ja, und ich habe mich schon gewundert, weil es ganz und gar nicht den gewohnten Bestellungen entsprach“, antwortete der und wollte schon anbieten es wieder mitzunehmen, doch ich schaltete mich ein.
„Alles gut. Entweder wir tauschen, oder er probiert mal etwas Neues.“
Der Kellner nickte und ließ uns allein.
„Hör zu Thomas, fang damit an. Brich aus deinen eingetretenen Pfaden aus und probier was anders, als die Fleischpfanne mit Metaxasoße oder überbackenen Gyros. Die Scambis schmecken lecker, das versichere ich dir und wann hast du das letzte Mal etwas Unbekanntes zugelassen?“

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