Jetzt richtete er nur noch ein paar unverbindliche Worte an ihn, wollte wissen, ob er bereit sei und den Aufenthalt wirklich wolle. Dann nahm er einen schweren Kerzenleuchter aus Metall mit einer gelben Kerze, die deutlich nach Bienenwachs roch, und sie stiegen zusammen die Treppe hinab in den Keller des Hauses. Vor einer soliden Tür, die mit einem besonders soliden Vorhängeschloss gesichert war, blieben sie stehen. Der Heiler öffnete das Schloss, stieß dann die Tür auf und betätigte einen elektrischen Schalter. Schwache Glühlampen erhellten einen schmalen Gang, den sie nun betraten. An seinem Ende war er zu einem kleinen Raum erweitert worden, in dem sich nur ein Stuhl, ein Kleiderständer und eine weitere massive Tür, diesmal aber ohne Vorhängeschloss befanden. Von hier aus müsste er allein in die Grotte hinabsteigen, zum Kulminationspunkt, zum locus amoenus, also zu einem Ort der Freude und nicht des Grauens, so der Heiler. Auf der Kerze, er deutete mit dem Finger auf einen schwarzen Ring, seien Markierungen angebracht, wenn dieser Abschnitte abgebrannt sei, sei etwa eine Stunde vorbei, dann könne er die Grotte wieder verlassen und hier auf ihn warten. Dann betonte er noch einmal, er brauche keine Angst zu haben und wenn er den Aufenthalt vorzeitig abbräche, sei das zwar kein Problem, aber der Heileffekt sei fraglich. Dann drückte er ihm den Leuchter in die Hand und ließ ihn im Vorraum des Glücks, der Angst, der Hölle, des Himmels, was auch immer, allein zurück.
Ein wenig Angst hatte er dann doch, als er die Tür öffnete und die glatten Stufen hinabstieg, nackt, wie es ihm der Heiler gesagt hatte. Ein leichter Windhauch kam ihm entgegen, die Kerze flackerte und weil der Gang auch noch eine Biegung machte, sah er den Schein der Glühbirnen aus dem Vorraum bald nicht mehr. Die Grotte, in der er kurz darauf stand, war in der Tat ziemlich eng.
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