Einen so unerklärlichen Drang, dass er fast schon meinte, er habe sich in sie verliebt, was er dann zwar als ausgemachten Blödsinn abtat, aber damals, als er noch jung war und sich noch verlieben konnte, war es genauso gewesen, die Angehimmelten hatten ihn voll in Beschlag genommen und gingen ihm tagelang nicht mehr aus dem Kopf.
Er kam dann auch an diesem Abend, nicht nur weil ihm das Essen an sich gut schmeckte und weil er neugierig war, was ihm die Bedienung so Dringendes mitzuteilen hatte, sondern weil er es in dem Nonnenheim einfach nicht ausgehalten hätte, weil er verrückt geworden wäre ohne diesen Besuch, ohne dass er diesem verdammten Drang nachgegeben hätte, der ihn seit dem Mittagessen plagte. Er kam mit der gewünschten Verspätung, und als die junge Frau ihn sah, strahlte sie ihn an und sagte, er solle sich an einen Tisch in der hintersten Ecke der Gaststube setzen, dort seien sie ungestört. Sie war die einzige Bedienung, mehr waren auch nicht nötig, denn es war tatsächlich wenig los. Nur noch wenige Gäste an einem einzigen Tisch und die waren versorgt und so hatte sie Zeit, sich zu ihm zu setzen und sich mit ihm zu unterhalten. Besser gesagt, es sprudelte wieder aus ihr heraus, wie schon am Mittag, und er hatte kaum Gelegenheit, zu Wort zu kommen. Zu seiner Überraschung begann sie, ohne Einleitung, ohne ein paar verbindliche Worte zu verlieren, gleich mit der Feststellung, dass morgen, am Donnerstag, ihr freier Tag sei und ob er schon etwas vorhabe, ob er sich vorstellen könne, diesen Tag mit ihr zu verbringen, ob es ihm gefallen würde, zusammen einen kleinen Ausflug zu machen. Sie legte eine kurze Pause ein und sah ihn mit großen Rehaugen erwartungsvoll an. Sie fände ihn so nett und sympathisch und sie sei hier so einsam und er der einzige, der interessant sei und ihr größter Wunsch sei es, mit ihm einen schönen Tag zu verbringen, er würde es nicht bereue
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.