In ihm kamen genau die Gefühle wieder auf, die ihn schon in der Grotte heimgesucht hatten, nur das sein Tun diesmal nicht fiktiv, sondern zweifellos echt war. Um das zu beweisen, zwickte er sich selbst in den Unterarm. Der Schmerz war so real wie das unendliche Vergnügen und den blauen Fleck sah er noch viele Tage nach dieser Kombination aus Tsunami und Tornado, in den nun beide gerieten. Der blaue Fleck erinnerte ihn noch lange an die unglaublichen Vorgänge, die sich an diesem Tag abspielten, die hier aber nicht im Einzelnen aufgezählt werden können und sollen. Es ist müßig, sie alle beschreiben zu wollen, nur so viel sei gesagt: sie liebten sich mehrfach und sehr intensiv, im Auto, im Freien, im Stehen, im Liegen, in vielen Variationen, an weiteren Plätzen im Wald, auf einer einsamen Wiese, im Schatten eines einsamen Heustadels. Die Frau war unersättlich und so erfindungsreich, wie er es nicht für möglich gehalten hätte, jedenfalls nicht bei einer so unscheinbar wirkenden, blutjungen Bedienung, die aus der tiefsten Provinz stammte und in einem biederen ländlichen Hotel beschäftigt war und die ihn knappe vier Tage kannte und vor dieser unerklärlichen Liebeswut kaum ein paar Worte mit ihm gewechselt hatte. Aber sie war tatsächlich raffiniert und ausgehungert und probierte alles aus, was sie sich möglicherweise in stillen Stunden ausgemalt oder in heißen, heimlich betrachteten Pornos abgekupfert hatte. Und er selbst, er war von sich selbst auch höchst erstaunt, denn zu seiner eigenen großen Überraschung, war er stets bereit und in der Lage, alle ihre Wünsche zu erfüllen, er war immer erfolgreich und liebte sie mit wachsendem Vergnügen. Das, was an diesem Tag geschah, war mehr als nur ein Märchen, es war die Potenz vieler Märchen und er genoss jede Minute über die Maßen, auch weil er genau wusste, dass dieser Tag sich nie mehr wiederholen würde.
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