Maria Trost

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Maria Trost

Maria Trost

Yupag Chinasky

There are more things in Heaven and Earth, Horatio,
than are dreamt of in your philosophy

William Shakespeare - Hamlet

Sie beschäftigten sich aber nicht nur mit der Liebe in all ihren Variationen, sie besuchten auch die Burg, erfreuten sich an dem grandiosen Ausblick, fanden um die Mittagszeit ein nettes Lokal, in dem sie sich der ländlichen Küche widmeten und fanden sogar etwas Zeit zu reden. So erfuhr er, dass sie nicht freiwillig in dem Hotel war, sondern dass ihre Eltern es so wollten, dass sie einen Freund hatte, einen langweiligen und erzkatholischen, den sie lieber auf Abstand halten wollte, ihn am liebsten ganz verlassen wollte, aber das sei nicht so einfach. Er war letztlich der Grund, dem Wunsch der Eltern nachzugeben und in dem Klosterdorf zu bleiben, jedenfalls eine Weile, denn auf Dauer sei es unmöglich. Dann bestätigte sie, was er ohnehin schon gemerkt hatte, nämlich dass sie ein Auge auf ihn geworfen hatte, weil er eine mögliche Alternative zu diesem ungeliebten Freund und dem ebenfalls ungeliebten Aufenthalt in der behüteten Klosterwelt war, die einzige mögliche Alternative, die sie im Moment habe. Was schere sie der Altersunterschied, nur die Liebe würde zählen und in der Hinsicht sei er unglaublich, phantastisch, unerschöpflich. Ihr größter Wunsch sei, bei ihm zu bleiben, mit ihm zu leben, er solle sie mitnehmen, sie könnten gut zusammenleben, heiraten sei ohnehin aus der Mode gekommen. Er sei doch geschieden und unglücklich, dass habe er doch gesagt, aber zusammen könnten beide richtig glücklich werden, davon sei sie überzeugt und bereit, ihm alles, wirklich alles zu geben, was sie zu ihrem gemeinsamen Glück bräuchten. Und wenn sie schon nicht im selben Haus wohnen könnten, wegen der Nachbarn und so, könnte sie ja eine eigene Wohnung haben und sie könnten sich jeden Tag sehen und die Nächte miteinander verbringen. Bei ihren Worten, ihren Vorschlägen und Wünschen wurde ihm nun doch sehr seltsam zu Mute, aber noch schwebte er auf dieser verdammten rosaroten Wolke, aber dennoch wurde eins ihm immer klarer, das was dieses junge Mädchen wollte, wollte er nicht, so rosarot war diese Welt dann doch nicht, das war ihm auch in seinem entrückten Zustand durchaus bewusst.

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Gedichte auf den Leib geschrieben