Mariangela - die Tavernentochter

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Mariangela - die Tavernentochter

Mariangela - die Tavernentochter

Anita Isiris

Mariangela war reine Fleischeslust, und sie wusste sehr gut damit zu kokettieren. „Wenn mich die Männer so sehen wollen“, sagte sie sich vor dem Einschlafen oft, „dann sollen sie es haben. Mir bringt das zusätzliches Trinkgeld“.

So kam es, dass Mariangela freizügig die obersten Knöpfe ihres langen schwarzen Kleids offen liess und ihren Brustansatz den hungrigen Männerblicken preisgab. „Wegschauen kann mir ja niemand etwas“, sagte sie zu sich. „Ich behalte meine Brüste, die Männer gewinnen Freude, mein Geldbeutel wird grösser, und alles ist gut“. Das Teufelchen reizte Mariangela dermassen, dass sie zwischendurch sogar stillhielt, wenn eine gierige Männerhand ihre Oberschenkel befummelte. Unter ihren Röcken war sie oft nackt, womit die Frage beantwortet ist, was Mittelalter-Frauen untenrum trugen. Es gab ja noch kein „Intimissimi“, noch kein „Hanro“, noch kein „Sloggi“. Bare, unverfälschte Nacktheit. Ein hübsches, dunkles, gekraustes Dreieck. Und die damaligen Männer waren keine wirklichen Feinschmecker. Die zarte Anatomie der Vulva interessierte sie nicht wirklich. Frauen waren da, um bestiegen zu werden, entweder fromm in der Rückenlage, oder anstössig in der Bauchlage, a tergo, wie man damals sagte. Die „a-tergo-Stellung“ hat sich bis heute gehalten und wird, etwas profaner, mit „Hündchenstellung“ oder „Stuten-Position“ umschrieben. In dieser Position geben Frauen am Meisten von sich preis. Die Michaelis-Raute. Den Anus. Den Damm. Und, klar, die Möse.

Aber in Mariangelas Taverne war der Zugang zu Mariangelas „inneren Werten“ rohe Fantasie alkoholisierter Männer. Dass Frauen untenrum über ein süsses Dreieck verfügen, war ihnen nur allzu bewusst. Dass es aber noch sehr viel mehr Erfreuliches zu erblicken gibt, etwa wenn eine Frau, auf dem Rücken liegend, die Beine anzieht, war ihnen nicht bewusst. Bestiegen wurden die Frauen im Dämmerlicht, bei flackerndem Wachskerzenlicht oder hinter Butzenscheiben, die kaum Tageslicht hereinliessen.

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