Nun lag sie also da, mit gespreizten Schenkeln, und hatte die Bettdecke zur Seite gestossen. Der Mond beschien ihren süssen kleinen Vulkan, und ihre Atmung wurde heftiger. Wie fliessendes schwarzes Gold breite sich ihr Haar auf dem Kopfkissen aus, ihr Antlitz glich einem Gemälde. Das Fingerspiel, das sie sich angedeihen liess, liess Hitzewellen über ihren Körper hinweg rollen, und Mariangela schwebte Jupiter entgegen, und Zeus, und dem Papst, und was der Hohen Herren mehr waren. Sie hätte sich in diesem Moment von allen nehmen lassen und fantasierte auch über die betrunkenen Tavernengäste, die sie immer stärker zu begehren schienen.
Sich einem Mann hingeben. Mariangelas Wunsch wurde übermächtig. Das hiess doch noch lange nicht, ihn zu heiraten, denn noch immer hatte sie den leisen Verdacht, dass eine männerlose Welt eine bessere Welt sein könnte. Aber einmal nur… ein einziges Mal… zu erleben, wie ein Ritter, ein Mönch oder ein Knecht sich in ihr entlud, so, wie ihre Freundinnen ihr das lachend beschrieben, während sie am Dorfbrunnen Wäsche wuschen, darauf wollte Mariangela in diesem Leben keinesfalls verzichten. Im Nachhinein würde sie ja in der kleinen Chiesa, der Kirche in Trastevere in der Nähe ihrer Taverne, beichten und sich von ihrer Schuld reinwaschen können.
Ihre Finger glitten tiefer, und sie erkundete die faszinierende Anatomie ihrer Vulva. Oh herrliche, mittelalterliche Römerinnen-Vulva. Es ist wohl schon so, dass sich die Vulva bis zum heutigen Tag nicht gross verändert hat – ob wir uns nun im Pleistozän oder im Holozän befinden. Frau ist Frau. Dennoch… diese Unverbrauchte, Naturnahe… Mariangela konnte nicht mehr von sich lassen und begann sich in den Hüften zu winden. Sie war derart mit sich beschäftigt, dass es ihr entging, dass sich ihre Zimmertür langsam öffnete. Nicht einmal das Quietschen in den Angeln nahm sie wahr.
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