Marie, Aglaia und der Reiz des Verbotenen

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Marie, Aglaia und der Reiz des Verbotenen

Marie, Aglaia und der Reiz des Verbotenen

Andreas

„Es stimmt schon, dass ich Fräulein Behrens gestern eine freche Antwort gab. Sie drohte mir jedoch beim letzten Mal an, dass ich es bei einer Wiederholung mit dem Rohrstock bekommen würde. Im Normalfall straft sie mich so, wie Sie es angedeutet haben, aber gestern musste ich mich leider über den Schreibtisch im Studierzimmer beugen.“
Cordula zuckte zusammen, da sie näherkommende Schritte vernahm. Sie hielt sich die Hand vor den Mund, um Marie ein Zeichen zu geben. Natürlich hatte auch Marie mitbekommen, dass Fräulein Behrens von ihrem Toilettengang zurückkehrte. Sie lächelte der Erzieherin freundlich zu, während die sich wieder neben Cordula setzte.
„Darf ich fragen, wohin sie beide reisen?“ Marie wollte unbedingt wissen, ob es eine Möglichkeit gab, Cordula wiederzusehen. Die schlanke Erzieherin strich sich eine braune Haarsträhne aus ihrer Stirn, die dem Gefängnis ihrer strengen Hochsteckfrisur entkommen war.
„Wir reisen nach Berlin. Die junge Dame an meiner Seite hat Verwandtschaft in Grunewald, die wir besuchen wollen. Cordulas Onkel Viktor von Barow bewohnt dort eine Villa und er hat seine Nichte eingeladen, dort ihre Ferientage zu verbringen. Da Cordula noch nicht das 21. Lebensjahr und damit die Volljährigkeit erreicht hat, begleite ich sie natürlich auf dieser Reise.“
Marie verbiss sich ein Grinsen. Aglaias Wohnung lag nicht weit entfernt und so ergab sich eventuell eine Möglichkeit, Cordula besuchen zu können. Marie erwähnte, dass auch sie in der Hauptstadt den Zug verlassen wollte. Cordulas Lächeln, als sie dies mitbekam, sprach Bände. Die restliche Zugfahrt verlief ruhig, wenn man von dem Schnarchen des älteren Herrn absah. Marie stieg am Görlitzer Bahnhof aus. Cordula und Fräulein Behnke mussten noch bis zum Potsdamer Bahnhof weiterfahren, um von dort aus in die Villa im Grunewald zu kommen.

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