Marie und das Klistier

39 16-25 Minuten 0 Kommentare
Marie und das Klistier

Marie und das Klistier

Andreas

Die Frauen hatten ein Abteil ganz für sich allein, saßen sich gegenüber. Jeder hielt sie für Mutter und Tochter, die eine gemeinsame Bildungsreise nach Wien unternahmen. Dora las in einem Buch, während Marie aus dem Fenster sah. Ihr war langweilig. Marie legte ihr rechtes Bein auf den linken Oberschenkel, fläzte sich in den bequemen Sitzen herum. Dora warf ihr einen warnenden Blick zu. Marie bemerkte nicht, dass sie Dora verärgerte, denn sie zeigte keinerlei Reaktion. Maries Höschen war zu sehen, da sie ihre Beine öffnete. Sie zupfte sich an den Zöpfen, benahm sich alles andere als damenhaft. Dora hatte genug gesehen. Sie legte das Buch weg.

„Nimm dein Bein runter, Marie! Ein anständiges Mädchen zeigt niemals ihre Unterhosen her.“
Marie grinste frech, reagierte in keinster Weise auf diesen Tadel. Stattdessen begann sie einen Gassenhauer zu pfeifen, der für seinen recht anstößigen Text berüchtigt war. Das Lied stammte von der berühmten Gesangstruppe Comedian Harmonists und hieß <Veronika der Lenz ist da>.
Dora bemerkte rasch, auf was es das Mädel anlegte. Sie gab die empörte Mama, die sich ein solches Betragen nicht bieten lassen wollte. So rief sie die Tochter zur Ordnung, drohte ihr gar mit Strafe.

„Hör sofort auf, dieses unanständige Lied zu pfeifen! Ich habe gute Lust, dir den Popo zu verhauen…“
Maries Blutdruck stieg in schwindelerregende Höhen. In der Öffentlichkeit hatte sie es freilich noch nie bekommen! So pfiff sie einfach weiter, klopfte mit ihren Fingerspitzen den Takt des Liedes.
„Du willst also nicht hören? Nun gut, dann sollst du gleich hier deine Strafe bekommen!“
Dora griff nach Maries Händen, zog das Mädchen zu sich heran. Sie legte Marie über ihren Schoß, deren Beine auf den gegenüberliegenden Sitz. Just in diesem Moment öffnete sich die Tür des Zugabteils. Ein älteres Ehepaar spähte ins Innere, wobei der Mann nun das Wort ergriff.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 34191

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben