Marie und das Waisenmädchen

12 9-15 Minuten 0 Kommentare
Marie und das Waisenmädchen

Marie und das Waisenmädchen

Andreas

Es kam ihr vor, als läge Berlin Jahre zurück. Dabei war gerade ein Monat vergangen, seitdem Maries und Doras gemeinsamer Besuch in der Hauptstadt zu Ende ging. Marie saß in ihrem Zimmer und grübelte. Sie fand, dass es Zeit wurde, auf eigenen Füßen zu stehen. Noch wohnte sie auf dem Landgut ihres Vaters, aber Marie suchte fieberhaft nach einer eigenen Wohnung. Dora befand sich in Bremen, wo sie nach ihrer Schwester schauen wollte. Iris ging es nicht so gut, seit ihr Mann bei einem Arbeitsunfall das Leben verlor. Dora empörte sich über die schlechten Bedingungen, unter denen die Hafenarbeiter ihrem trostlosen Tagwerk nachgingen. Dies war mit einer der Gründe, dass Dora sich in der SPD engagierte. Die anderen Parteien lenkten ihr Augenmerk auf das aufstrebende Bürgertum, wobei deren Politiker das Proletariat als störend empfanden. Dora ärgerte diese Ungerechtigkeit, die Menschen aus armen Familien die Chance auf Teilhabe verwehrten wollte. Nach Haralds Tod fiel Iris in eine tiefe Depression. Dora wollte ihrer jüngeren Schwester in dieser Notlage beistehen, von deren Existenz Marie erst durch das tragische Unglück erfahren hatte. Marie seufzte, während sie aus dem Fenster schaute. Die weite Landschaft ihrer ostpreußischen Heimat kam ihr plötzlich beengend vor. Marie dachte an die erotischen Abenteuer, die sie mit Dora zusammen in Berlin erlebt hatte. In den 20er Jahren des noch jungen Jahrhunderts brodelte es überall in der neu entstandenen Republik, wobei Städte wie Berlin dem Siedepunkt am nächsten waren. Das Kaisereich ging im Sog des verlorenen Krieges unter, wobei der wirbelnde Strudel etliche unschuldige Menschen mit in die Tiefe zog. Marie Juliane von Erlbach gehörte zu einer privilegierten Schicht, die dem drohenden Fiasko relativ unbeschadet entkam. Dennoch fühlte die junge Frau sich unwohl, als säße sie in einem goldenen Käfig fest. Marie mochte wenigstens der räumlichen Enge ihres Zimmers entfliehen. Sie zog sich ihre Jacke über, um einen Spaziergang zu machen. Das sollte sie auf andere Gedanken bringen.
Sie betrat den gepflegten Fußweg, den ihr Papa mit hochwertigem Pflaster auslegen ließ. Marie trug flache Schuhe, die ihr keine Schwierigkeiten machten. Maries Beine steckten in grauen Hosen im Knickerbocker-Stil. Über ihrem weißen Hemd spannten sich Hosenträger, die unter einer ebenfalls mausgrauen Weste verborgen blieben. Maries legere Jacke zierte ein dezentes Fischgrätenmuster. Maries Outfit entsprach nicht dem Durchschnitt, was ihre Mutter am Morgen zum Ausdruck brachte.
„Ach Marie, du siehst fast wie ein Junge aus! Warum kleidest du dich denn wie diese Filmstars?“ Maries Papa lachte, um dann seine geliebte Tochter in Schutz zu nehmen. „Beruhige dich, Bertha! Unser Mariechen ist ein wunderschönes Mädel, das man sicher nicht mit einem Mann verwechseln wird. Die jungen Frauen tragen eben heute auch Hosen und sie stehen Marie ja vorzüglich!“ Dabei gab er seiner Tochter einen zarten Klaps, den Marie mit einem Lächeln entgegen nahm. Seitdem Marie auf ihr eigenes Betreiben hin, von ihrem Vater übers Knie gelegt wurde, empfand sie eine starke Zuneigung zu ihm. Es fühlte sich richtig an, als der alte Herr Maries Po versohlte. Sie schmunzelte, während die Erinnerung jene Bilder zurück brachte. Herr von Erlbach zeigte sich von einer strengen Seite, die Marie kaum kannte. Das Intermezzo bescherte der Tochter tagelange Sitzbeschwerden, die sie ihrem geliebten Papa jedoch nicht anlastete. Die neugierige Frau bettelte um die Erfahrung die, dieser Povoll bereit hielt. Im reiferen Alter von knapp 23 Jahren erlebte sie diese Premiere. Marie setzte nun ihren Spaziergang fort, der ihren Kopf wieder freiblasen sollte.

Unterwegs begegnete ihr Roman. Marie wich den aufdringlichen Blicken des Stallburschen aus. Sie erinnerte sich nur allzu gut, wie sie wegen Roman das Birkenlieschen kennenlernte. Diese Zeit schien ewig weit weg zu sein. Damals war Marie ein junges, naives Mädchen, das eine Gouvernante nötig hatte. Marie nickte Roman zu, um dann ihren Weg zu gehen. Der Pole sah ihr lange nach, als vermisse er etwas. Der gutaussehende Mann wusste, dass Marie zu den besonderen Frauen gehörte. Das eine erotische Abenteuer, das sie ihm einst gewährte, würde er nie vergessen. Marie lüftete im Pferdestall ihre Röcke, überließ Roman ihre hintere Pforte. Später gestand sie es Dora, die ihrer Pflicht als Maries Gouvernante umgehend nachkam. Marie lächelte, als sie an den Popovoll dachte, den ihr die Ältere im Waschhäuschen applizierte. Marie spürte ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit. Sie brauchte keine Erzieherin mehr, die ihr bessere Manieren beibrachte. Während Marie über Dora nachdachte, nahm sie ein Geräusch wahr. Es kam aus eben jenem Waschhaus, das seit Jahren nicht mehr genutzt wurde. Marie hörte ein Poltern, als ob jemand darin herum stöberte. Von Neugier getrieben, öffnete sie die schwergängige Türe. Marie staunte, als sie den Eindringling wahrnahm. Es handelte sich um ein junges Mädchen, das in einer der Holztruhen herumwühlte. Die höchstens 18-jährige Frau rutschte auf den Knien, während ihr Kopf in der Wäschekiste steckte. Ihre Kleidung war schmutzig und Maries Nase verriet ihr, dass das Mädel schon lange keine Seife mehr gesehen hatte.

„Oha! Was hast du denn hier drinnen zu treiben?“ Maries warme Stimme nahm eine entschiedene Klangfarbe an. Die Ertappte erschrak zutiefst, wobei sie sich beinahe den Kopf stieß. „Ich…wollte nur…etwas zu essen…Entschuldigen sie, ich werde gleich wieder gehen…“ Das Mädchen erhob sich, um an Marie vorbeizukommen. Die Tochter des Hausherrn stellte sich dem Eindringling in den Weg.
Marie lächelte. „Zu Essen wirst du hier nichts finden! Ich werde dir etwas zubereiten lassen, und danach sollte ich dich in die Badewanne stecken! Was sagst du zu diesem Vorschlag?“ Das verdutzte Mädchen nickte nur, wobei sie sehr unsicher wirkte. Marie fragte sie nach ihrem Namen. „Ich heiße Elenora. Ich bin eine Vollwaise, da meine Mutter nun auch gestorben ist. Das war vor einem Jahr, und seitdem lebte ich in einem Waisenhaus. Jetzt bin ich aber 18 geworden und musste das Heim verlassen…“ Ein Tränenschwall unterbrach das Geständnis. Marie nahm das Mädchen in den Arm, wobei sie Elenoras Geruch ignorierte. „Ist schon gut! Jetzt wirst du erst einmal etwas zu essen bekommen.“ Marie reichte Elenora ein Taschentuch. Sie spürte eine Verantwortung für das Mädchen, obwohl sie es gerade erst kennengelernt hatte. Marie brachte Elenora in die Küche, wo Paula mit der Köchin plauderte. Das polnische Dienstmädchen kam Marie gerade recht. Sie wies die Köchin an, Elenora von dem Eintopf aufzutischen, den es heute zu Mittag gegeben hatte. Dann wandte sie sich an Paula: „Das ist Elenora. Sie braucht unsere Hilfe! Lass ihr bitte ein Bad ein, Paula, und dann gibst du ihr etwas Sauberes zum Anziehen. Ich lege dir ein paar meiner alten Sachen raus, die ihr passen sollten. Ich habe ja ein wenig zugelegt, aber in meinen jüngeren Jahren war ich ja ähnlich gebaut.“ Paula grinste. Maries Rundungen zeigten tatsächlich eine stattliche, weibliche Fülle, was vor allem ihr Hinterteil betraf. Seit einer Aussprache, die zwischen Dora, Marie und eben Paula stattfand, gab es keine Konflikte mehr zwischen den rivalisierenden Frauen. Paula fand auch, dass Elenora ein Bad nötig hatte. Während das Mädel einen randvollen Teller mit Eintopf verschlang, suchte Marie nach den Kleidern. Sie fand ein schönes, gerade geschnittenes Kleid, das bis zu den Knien reichte. Dann fischte sie ein Unterhöschen samt Hemdchen hervor, die der Größe des Mädchens entsprechen sollten. Marie packte noch Strümpfe, Strumpfhalter und Schuhe dazu, um sie dann in das Badezimmer zu bringen. Dort hockte Eleonora in der schaumgefüllten Badewanne, während Paula ihren Rücken abschrubbte. Marie fiel ein Blitzen in den dunkelbraunen Augen des Mädchens auf. Marie ahnte, dass Eleonora einen starken Willen besaß, auch wenn sie dieses Gefühl nicht benennen konnte. Marie legte die Kleidung auf einem Stuhl ab, um sich dann zurückzuziehen. Sie wartete im Freien, wo sie auf ihrer bevorzugten Bank in der Abendsonne saß. Marie fragte sich, was wohl Elenoras Geheimnis sein konnte? Während sie die Stille genoss, öffnete sich die Haustüre.

Elenora war kaum wieder zu erkennen. Maries frühere Kleider standen ihr hervorragend zu Gesicht. Marie sah erst jetzt, was für ein hübsches Mädchen unter all dem Schmutz verborgen war. Eleonora setzte sich neben Marie. „Kann ich auch eine haben?“ Marie wusste im ersten Moment nicht, was das Mädchen meinte. „Was willst du haben?“ Als Marie die Frage stellte, wurde ihr klar, dass die junge Frau eine Zigarette im Sinn hatte. Marie zog an der Zigarettenspitze, in der eine filterlose Salem-Gold steckte. „Kann ich auch eine Zigarette haben?“ Marie ärgerte sich! Hatte sie dem unbekannten Mädchen nicht gerade aus der Klemme geholfen? Elenoras Wunsch nach Nikotin kam bei Marie nicht so gut an. „Ich finde, dass du zu jung zum Rauchen bist! Ich werde dir also keine Zigaretten geben können!“ Elenora sagte zwar nichts, aber Marie spürte, dass ihr diese Absage nicht passte. Marie lenkte das Gespräch auf Elenoras Abschied aus dem Waisenhaus. Sie erfuhr, dass das Mädel ziellos durch das Land streunte, seit sie keinen festen Wohnsitz mehr vorweisen konnte. Eleonora stahl Obst von den Bauern, verdingte sich als Erntehelferin und konnte von Glück reden, dass ihr bis jetzt kein größeres Unglück geschah. Marie sprach mit ihren Eltern, um sie um ihre Hilfe zu bitten. Sie erlaubten, dass Eleonora auf dem Landgut ein Auskommen fand, wobei sie in der Küche helfen sollte. Marie fühlte sich für das junge Mädchen verantwortlich. Sie wollte ihre Eltern nicht enttäuschen, die Eleonora einen enormen Vertrauensvorschuss entgegen brachten. Gleichzeitig trieb sie die Wohnungssuche um, der Elenoras Auftauchen entgegen wirkte. Marie stieß einen Seufzer aus. Wenn Dora nur hier wäre! Sie hätte ihr einen guten Rat geben können, der den Umgang mit dem Mädel betraf. Marie dachte an die beunruhigenden Nachrichten. Die Inflation marschierte stetig voran, während mit ihr im Gleichschritt die Zahl der Arbeitslosen auf einen Höchststand kletterte. Sie verfolgte auch die politischen Aktivitäten eines jungen Österreichers. Adolf Hitler war der Shooting Star, den die extreme Rechte als gewieften Redner dringend benötigte. Man munkelte, dass der Emporkömmling einen Putsch plane, bei dem ihn das arbeitslos gewordene Militär tatkräftig unterstützte. Marie war trotz dieser besorgniserregenden Nachrichten entschlossen, alsbald auf eigenen Füßen zu stehen. Sobald Elenora in den Haushalt der von Erlbachs integriert war, wollte sie die erneute Wohnungssuche in Angriff nehmen. So verstrich ein Monat, indem sich nichts Besonderes ereignete. Dora weilte noch immer bei ihrer Schwester, der die Trauer um den verstorbenen Mann doch arg zusetzte. Marie beobachtete Elenora, die ihre Pflichten recht ordentlich erfüllte. Eines Morgens bat die Köchin um eine Unterredung. Marie betrat die gut ausgestattete Küche, in der die kräftige Frau das Sagen hatte. Die Köchin beschwerte sich bei Marie.
„Das Mädel ist wie ausgewechselt! Seit ein paar Tagen will Elenora nicht mehr hören, wenn ich ihr eine Arbeit auftrage. Ich weiß nicht, was mit ihr los ist. Vielleicht reden sie ihr ins Gewissen?“ Marie versprach, dass sie sich darum kümmern wollte. Sie fand Elenora auf der Bank vor dem Haupthaus, wo sie gemütlich an einer Zigarette zog. Marie sprach sie direkt an, wobei sie ihre Wut nicht unterdrücken mochte. „Ich muss mir Beschwerden anhören, die dich betreffen! Was ist denn los, dass du dich derart verhältst?“ Elenora stieß eine Rauchwolke aus. „Die fette Köchin triezt mich, wo immer sie kann! Ich bin doch nicht ihr Dienstmädchen, das sich herum schubsen lässt!“ Marie kannte die Köchin, die seit ihren Kindertagen für das leibliche Wohl der Familie sorgte. Marie wusste, dass sie eine fordernde Art hatte, die aber nie ins Ungerechte umschlug. Elenora zeigte einen Wesenszug, der Marie störte. Sie spürte, dass das Mädchen eine klare Ansage brauchte. „Du bist hier gut aufgenommen worden, Elenora. Ich erwarte, dass du dich an die Regeln hältst! Sollte es wieder Beschwerden geben, werde ich mir etwas überlegen müssen. Gehe jetzt wieder an deine Arbeit!“
Die junge Frau drückte die Zigarette aus, um dann mit blitzenden Augen ins Haus zu stürmen. Marie atmete tief durch. Sie durfte Elenora nicht zu viel durchgehen lassen! Das Mädchen konnte Unruhe ins Haus bringen, die der Familie nicht gut tat. Marie fasste einen Entschluss, der sie beruhigte. Sie besuchte einen alten Mann, der in einem kleinen Häuschen auf dem Anwesen der von Erlbachs lebte. Heinrich war mittlerweile 75 Jahre alt geworden. Er verbrachte in dem Backsteinhaus seinen Ruhestand, das er von Maries Vater gemietet hatte. Herr von Erlbach verlangte nur eine symbolische Zahlung, da Heinrich keine Rücklagen besaß. Der ältere Mann freute sich, als Marie bei ihm vorbeischaute. Sie erklärte ihm in wenigen Worten ihr Anliegen: „Machst du mir eine feine Birkenrute? Unser neues Küchenmädchen tut nicht gut und es könnte sein, dass sie einen Ansporn braucht. Magst du mir eine schneidige Rute anfertigen, die einem frechen Mädel das Sitzen vergällt?“ Heinrich lachte. „Sehr gerne, Fräulein Marie! Ich schneide gleich morgen ein paar Zweige zurecht. Wenn sie wollen, können sie die Rute dann am Abend bei mir abholen.“ Marie bedankte sich bei dem amüsiert wirkenden Mann. Die Aussicht auf eine Birkenrute schenkte ihr ein beruhigendes Gefühl. Marie rang mit sich, ob sie das Birkenlieschen überhaupt anwenden sollte. Sie machte es von Elenoras Betragen abhängig. So hatte es Marie von Dora gelernt, ja sogar auf der eigenen Haut gespürt. „Die Ungezogenheit bestimmt die Strafe, das hat Dora immer betont. Warte nur, Mädel. Wenn du nicht hören magst! Ich werde dir deutlich zeigen, was eine strenge Strafe bedeutet…“
Marie lächelte, während sie dieses Selbstgespräch führte. Marie gehörte zu den weltoffenen, toleranten Frauen, die das Muffige der Kaiserzeit überwinden wollten. Dennoch galten für sie bestimmte Grundsätze, zu denen das Beharren auf Selbstdisziplin unbedingt dazu gehörte. Elenora zeigte einen erheblichen Mangel an dieser Eigenschaft. Marie wollte dies nicht tatenlos hinnehmen.

Marie liebte Vergnügungen jeder Art, die sie gerne mit geliebten Menschen teilte. Sie nahm aber auch eine Veränderung an sich wahr, die den härter werdenden Zeiten geschuldet war. Der öffentliche Diskurs verschob sich, wobei immer starrere Frontlinien auftauchten. Marie spürte, dass es nicht reichte, nur dem Eskapismus zu huldigen. In diesen schwierigen Monaten brauchte es Zuversicht, die sie auch von ihrem Waisenmädchen verlangte. Als die Köchin erneut etwas zu beanstanden hatte, war es an der Zeit, um zu handeln. Marie besuchte Eleonora auf ihrem Zimmer, das sie mit Julchen teilte. Das blonde Mädel war im selben Alter wie Elenora und in der Landwirtschaft des Gutes beschäftigt. Marie bat sie, sich die Füße zu vertreten. Julchen verschwand, wobei ein Grinsen auf ihrem Gesicht auftauchte. Sie hatte eine Vorahnung, was Maries Absicht betraf. Elenora wunderte sich, da Marie eine buschige Rute unter den Arm geklemmt hatte. Es mag einen wundern, aber Elenora trat bisher noch nie Kontakt mit dem birkenen Lieschen. Im Waisenhaus landete sie einige Male über den Knien einer Erzieherin. Diese Strafen fielen aber eher milde aus, worüber Elenora froh sein konnte. Marie erkannte diesen Mangel an Respekt, den sie nun korrigieren mochte. Zudem behielt Marie einen Trumpf in der Hinterhand, der ganz sicher stechen würde! Sollte Elenora trotzig bleiben, musste Marie zu wirksameren Mitteln greifen. Sie erinnerte sich an das schreckliche Klistier, welches Dora als angemessene Strafe ansah. Marie legte sich die Utensilien zurecht, falls sie diese bei Elenora anwenden musste. Dora verwahrte sie in einer kleinen Kiste, die in Maries Zimmer stand. Marie betrachtete die Utensilien, zu denen ein Irrigator samt dünnem Gummischlauch gehörte. Marie nahm den Flüssigkeitsbehälter in die Hand, der sie an einen Blasebalg erinnerte. Marie spürte die Schamröte. Es war eigenartig, als sie mit blankem Po vor ihrer Freundin lag. Elenora schien ähnlich starrköpfig wie sie selbst zu sein, was Marie in ihren Überlegungen bestärkte. Nun musterte sie Elenora, die stur auf den Boden schaute. „Du weißt, was ich dir angedroht habe! Es gab erneute Beschwerden über dein Verhalten. Du wirst Hiebe bekommen, mein Fräulein! Ich nehme deine Frechheit nicht länger tatenlos hin…“ Maries energische Art weckte den Widerspruch, den Elenora nun zum Ausdruck brachte. Das Mädchen schnaubte verächtlich. „Dann gehe ich lieber auf die Straße zurück! Ich werde mich sicher nicht versohlen lassen, da ich kein kleines Mädchen mehr bin…“ Marie ließ den Schwall der Worte über sich ergehen. Sie wirkte kühl, als sie Elenora eine schwere Entscheidung abverlangte. Marie bekräftigte erneut.
„Du hast genau zwei Möglichkeiten! Entweder fügst du dich, oder du verlässt dieses Haus auf der Stelle! Ich habe dich gern, Elenora, aber ich akzeptiere nicht, dass du mir auf der Nase herumtanzt!“

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 5289

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben