Zuerst verweigerte sie die Aussage, aber als ich ihr androhte, dass ich Papa über meinen Verdacht informiere, gestand sie mir alles. Ja, Marie, sie berichtete von dem Baden im Grunewalder Teufelssee, der diesen Namen nicht umsonst trägt. Meine Fantasie reicht aus, um zu ahnen, was sich zwischen Ihnen und Cordula abgespielt hat. Ich bin schockiert und werde Cordula deswegen streng bestrafen.“
Marie hörte sich alles ruhig an, doch als Frl. Behrens von einer Strafe sprach, intervenierte sie. „Ich bin die Schuldige, Fräulein Behrens. Verabreichen Sie mir eine angemessene Strafe, wenn Sie das wollen – aber verzichten Sie bitte darauf, Cordula für ihre Unwissenheit zur Rechenschaft zu ziehen.“
Die Erzieherin schüttelte den Kopf. „Cordula ist alles Mögliche, aber sie ist gewiss nicht dumm. Ich werde ihr die übliche Bestrafung geben. Wenn Sie dem Mädchen Ihre Solidarität beweisen wollen, indem Sie sich derselben Behandlung unterziehen, werde ich Ihnen diesen Wunsch nicht verweigern.“
Marie würde siedend heiß. Es bestand kein Zweifel daran, dass sie diese Frau unterschätzt hatte. Cordulas Unfähigkeit zu lügen konnte und wollte sie ihr nicht anlasten. Marie dachte an ihr Versprechen und dass sie es einlösen musste. „Gut, dann begebe ich mich in – oder besser: unter Ihre Hände.“ Marie wartete kurz, ehe sie die entscheidende Frage stellte: „Sagen Sie mir, wie Sie mich züchtigen wollen!“
Nun lächelte Fräulein Behrens. „Auf die übliche Weise, die jungen Damen am besten hilft, ihre Fehler einzusehen. Ich werde Sie zuerst übers Knie legen und wie ein unartiges Mädchen versohlen. Da Cordula diesen Teil der Strafe schon hinter sich hat, brauchen Sie nicht zu warten. Wir werden in mein Zimmer gehen, damit wir ungestört sind.“ Marie errötete, was ihr seit langem nicht mehr passiert war.
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