Marie und die Moral

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Marie und die Moral

Marie und die Moral

Andreas

Es dauerte keine zwei Tage, bis Marie erneut eine Fahrt nach Grunewald unternahm. Cordulas Onkel bat Marie telefonisch um einen Besuch, da Fräulein Behrens etwas zu besprechen hätte. Marie schwante nichts Gutes. Sie fürchtete, dass die Gouvernante von ihrem Ausflug mit Cordula Wind bekommen hat und darüber empört war. Nachdem Marie den Hausherrn begrüßt hatte, berichtete Viktor von Barow von dem Gesprächsbedarf der Erzieherin. „Fräulein Behrens will Sie sprechen. Sie möchte sich mit Ihnen über Cordula unterhalten. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen.“ Er führte Marie in ein Zimmer, das er den blauen Salon nannte. Marie führte den Namen auf die Einrichtung zurück: Es gab eine mit blauem Stoff bespannte Chaiselongue sowie verschiedene Gemälde, bei denen die Farbe Blau im Mittelpunkt stand. Ein Mädchen brachte Tee und Gebäck, das sie auf die Platte eines runden, ebenfalls blauen Tisches stellte. „Die Damen werden gleich zu Ihnen kommen“, sagte sie mit einem Lächeln. Es dauerte keine zwei Minuten, bis Fräulein Behrens und Cordula den Salon betraten. Nachdem die drei Damen sich gesetzt hatten, schenkte das Mädchen ihnen Tee in die mit Goldrand verzierten Tassen ein.

„Danke, Manja, du kannst jetzt gehen.“ Kaum dass das Mädchen sich mit einem Knicks verabschiedet hatte, suchte Fräulein Behrens das Gespräch mit Marie. „Cordula gestand mir, dass sie beide nackt im Teufelssee gebadet haben. Sie wollte es nicht zugeben, aber als ich ins Badezimmer kam, entdeckte ich rote Stellen auf ihrer Kehrseite und da begann ich etwas zu ahnen.“ Das Fräulein unterbrach ihre Ausführung für eine Kunstpause, um dann auf den entscheidenden Punkt zu kommen: „Ich wollte von Cordula wissen, woher diese Male stammen.

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