Marie kaufte bei der Dame am Schalter eine Fahrkarte nach Grunewald. Sie zeigte das Billett dem Schaffner, der freundlich an seine Mütze tippte. Bald darauf saß sie in einem recht vollen Abteil. Die meisten Reisenden wollten einen Ausflug in die Natur machen und Marie zählte im Grunde zu ihnen. Jürgen erzählte ihr von einem Waldsee im Grunewalder Forst, den man Teufelssee nannte. Dort würden Nudisten verkehren, wodurch Marie auf eine Idee kam. Sie fand heraus, dass Cordulas Onkel, Viktor von Barow, über einen Telefonapparat verfügte. Marie ließ sich durchstellen und als der Herr nach dem Grund ihres Anrufs fragte, erzählte Marie ihm, dass sie seine Nichte und deren Erzieherin im Zug kennengelernt habe. Sie würde die Damen gerne besuchen und vielleicht mit Cordula zu einem Spaziergang im nahen Grunewalder Forst aufbrechen, wenn der Onkel nichts dagegen einzuwenden hätte. Maries Charme verfing. Der Mann in den vermeintlich besten Jahren, der bei Cordulas Geburt jedoch schon das 40. Lebensjahr überschritten hatte, lud Marie zu einem Besuch ein. Viktor von Barow musste mit ansehen, wie Cordulas Mutter, seine jüngere Schwester, plötzlich verstarb, als das Mädchen noch sehr klein war. Da ihr Vater kurz darauf bei einem Unfall ebenfalls das Leben verlor, wuchs das Mädchen als Vollwaise auf. Viktor von Barow behielt Cordula bis zu ihrem 18. Lebensjahr bei sich, wobei Fräulein Behrens für Cordulas Erziehung zuständig war. Die Gouvernante sollte bis zu Cordulas Volljährigkeit in zwei Jahren weiter über sie wachen, worüber die junge Frau nicht sehr glücklich war. Seit Cordula mit der Erzieherin in einer eher kleinen Wohnung lebte, fand diese zuhauf Gründe, wegen der sie Cordula den Hintern versohlte.
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