Marie und die Nackten am Teufelssee

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Marie und die Nackten am Teufelssee

Marie und die Nackten am Teufelssee

Andreas

Viktor hatte den Frauen eine Drei-Zimmer-Wohnung in seinem Mietshaus in der Nähe von Danzig überlassen, da Erika Behrens alte Mutter nicht weit entfernt in einem Altenheim ihren Lebensabend verbrachte. In den Sommermonaten holte Herr von Barow Cordula zu sich nach Berlin, weshalb Marie nun ihre Chance bekam, die junge Frau näher kennenzulernen. Die Zugfahrt dauerte nicht sehr lange, worüber Marie froh war, da der Zug von Fahrgästen sprichwörtlich fast überquoll. Am Bahnhof erwartete sie bereits ein in eine Livree gekleideter Chauffeur, der Marie in die Villa des Herrn von Barow kutschieren sollte. Marie war über die Größe des Grundstücks erstaunt, auf dem die Jugendstilvilla von Herrn von Barows Eltern erbaut wurde. Der Mercedes fuhr durch eine von Blutbuchen gesäumte Zufahrt, an deren Ende sich das mit Stuck und zahlreichen Ornamenten geschmückte Gebäude erhob.

Der Hausherr begrüßte Marie persönlich, um sie dann an eine festlich gedeckte Kaffeetafel zu führen. Cordula lächelte, während das Fräulein Behrens eher skeptisch dreinblickte. Nach einem Stück Frankfurter Kranz und mehreren Tassen Kaffee fragte Marie, ob sie mit Cordula einen kleinen Ausflug in den Grunewalder Forst machen dürfe. Fräulein Behrens wollte sich anschließen, aber Herr von Barow bat sie darum, ihm bei den Vorbereitungen zu seinem nahenden 60. Geburtstag behilflich zu sein. Diese Bitte konnte die Gouvernante ihrem seit langem verehrten Arbeitgeber natürlich nicht abschlagen. Viktor dachte an seine Nichte, der er etwas Abwechslung gönnte. Mittlerweile fand er die Erziehungsmethoden des Fräuleins leicht überzogen, da Cordula zu einer jungen Frau gereift war. Cordulas Onkel wusste, was hinter verschlossenen Türen geschah, wenn das Fräulein die unglückliche Nichte vor sich herschob.

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