Sie schafften es gerade noch, bevor zwei Polizisten am Teufelssee auftauchten. Sie ertappten mehrere Personen, die unbekleidet waren und sprachen ihnen unverzüglich Platzverweise aus. Die zwei schwulen Männer von vorhin gesellten sich zu Marie und Cordula. Marie vermutete, dass sie glaubten, es mit zwei Lesben zu tun zu haben, wobei weder Marie noch Cordula dem Klischee eines kessen Vaters entsprachen. „Guten Tag, ich bin Arno und der Blonde heißt Gunther. Das war wieder mal knapp heute.” Marie schmunzelte. „Ich dachte, dass es in der Hauptstadt etwas lockerer zugeht, aber da habe ich mich wohl getäuscht.” Arno machte eine wegwerfende Handbewegung. „Das ist vorbei! Seit die Braunhemden immer stärker werden, geht's unserer Freiheit nach und nach an den Kragen. Wir sind 175er und von daher deren Feindbild Nummer Drei. Gleich nach den Kommunisten und den Juden!” „Und das, obwohl jede Menge warme Brüder bei der SA sind.“, feixte Gunther. Marie wusste, dass vor allem Arno die Wahrheit aussprach. Sie wollte jedoch nicht über Politik sinnieren und schon gar keine Diskussionen beginnen. Dafür hatte Gero gesorgt, der die weit verbreitete Meinung vertrat, dass man Menschen wie Arno und Gunther die Daseinsberechtigung absprechen, oder sie zumindest inhaftieren sollte. Marie half Cordula dabei, ihr Kleid glatt zu ziehen. Ein gelangweilt wirkender Ordnungshüter beobachtete sie dabei, bis ihn sein Kollege zum Abzug aufforderte. Die Polizisten stiegen auf ihre Pferde und verschwanden so rasch, wie sie aufgetaucht waren. Marie schlug vor, eine der Gaststätten aufzusuchen, um etwas gegen das aufkommende Durstgefühl zu unternehmen. Sie fanden ein uriges Ausflugslokal, das in der Nähe des Wasserwerks lag. Die erhitzten Damen setzten sich an einen Biertisch, der unter einem ausladenden Sonnenschirm einen schattigen Sitzplatz bot.
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