Marie verbrennt sich

34 7-11 Minuten 0 Kommentare
Marie verbrennt sich

Marie verbrennt sich

Andreas

Fräulein Jansen war indessen auf der Suche nach Paula, dem polnischen Hausmädchen. Die Gouvernante verdankte der schönen Masurin erregende Stunden, die sie nicht missen wollte. Paula war mit Marie nicht zu vergleichen, entsprach einem anderen Typus Frau. Sie war gute zehn Jahre älter, und daher viel erfahrener in der Kunst der Liebe. Der größte Unterschied lag in ihrer hohen Bereitschaft, sich Dora bedingungslos zu unterwerfen. Marie war ein anderes Kaliber. Frech, vorlaut, eigensinnig: Diese Adjektive beschrieben sie treffend. Es waren starke Gefühle, die sie der zwanzigjährigen Tochter ihres Arbeitgebers entgegen brachte.

Dora betrat das Gästezimmer, in dem Paula dabei war die Betten zu beziehen. Sie strich die Laken gerade, beugte sich deshalb weit vornüber. Der eng sitzende Rock ihrer Dienstbekleidung spannte sich gefährlich, verlangte den Nähten einiges ab. Paula war so mit ihrer Arbeit beschäftigt, dass sie die Gouvernante gar nicht bemerkte. Um auch den letzten Zipfel des Leintuchs glatt ziehen zu können, bückte sie sich noch etwas tiefer. Die ansehnlichen Rundungen rebellierten gegen den sie einengenden Stoff. Das folgende Geräusch kannte jede Frau nur zu gut, die sich je in ein zu enges Kleid gezwängt hatte. Paula richtete sich erschrocken auf, langte sofort nach hinten, um das Maß des Malheurs einschätzen zu können. Der Riss zog sich über mehrere Zentimeter, gab den Blick auf ihr Höschen frei. Madame Dora räusperte sich: „Habe ich Dir nicht prophezeit, dass so etwas einmal passiert? Du hast nun mal einen besonders dicken Popo, der ausreichend Platz beansprucht!“
Paula zuckte zusammen, als sie die wohlbekannte Stimme vernahm. Mit beiden Händen suchte sie die prekäre Stelle zu verdecken. „Dora, ich habe Dich gar nicht kommen hören! Dieser billige Stoff taugt rein gar nichts. Die Nähte sind schlecht verarbeitet, kein Wunder dass sie nicht halten!“

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 11641

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben