Marie verbrennt sich

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Marie verbrennt sich

Marie verbrennt sich

Andreas

Marie hatte in der Zwischenzeit ihr Höschen gewechselt. Seit sie ihre mannigfaltigen Leidenschaften auslebte, hatte sie einen stark erhöhten Bedarf an frischer Leibwäsche. Madame Dora hatte ihr heute frei gegeben, damit sie sich von der gestrigen Unterrichtsstunde erholen konnte. Sie schlenderte entlang der üppigen Blumenbeete, als sie Paulas Freund entdeckte. Roman, einer der Stallburschen ihres Vaters. Marie verbarg sich hinter einem Holunderbusch, von wo aus er sie nicht sehen konnte. Roman war Mitte dreißig, durchaus ansehnlich mit dunkelbraunem Haar. Er lud schwere Heuballen auf einen bereit gestellten Pferdewagen, und er war ganz allein. Die Muskeln seiner Arme spannten sich unter dem Leinenhemd, als er die Ballen nach oben wuchtete. Marie stellte ihn sich nackt vor, wie er mit steifem Schwanz auf sie zu kam. Sie dachte an ihren Geliebten, den sie jetzt so gerne hier hätte. Der wettergegerbte Stallbursche konnte mit Fritz kaum konkurrieren, dennoch sah er gut genug aus, um Marie auf dumme Gedanken zu bringen.

Das Geschehen auf dem Heuboden hatte sich tief bei ihr eingebrannt. Sie sah Dora Jansen vor sich, die von Paula geleckt wurde. Seit diesem Moment fühlte Marie sich noch stärker zu ihr hingezogen. Hatte Dora sie nicht ihr Mädchen genannt? Die widerstreitenden Gefühle irritierten die junge Frau. Wieso war es ihr so wichtig, dass die Gouvernante sie lieber mochte, als Paula? Was war mit Fritz, der ihr alles bedeutete? Marie stieß einen leisen Seufzer aus. Ihr war klar, dass sie diese Verwirrungen nicht so schnell würde lösen können. Sie lenkte sich damit ab, weiter nach Roman zu schauen. Der lehnte erschöpft am Schlag des Heuwagens, nichtsahnend, dass er beobachtet wurde. Neben ihm stand eine Flasche Bier, die schon zur Hälfte geleert war. Roman griff nach ihr, um sie in einem Zug auszutrinken. Plötzlich sah er sich um, blickte suchend nach allen Seiten. Marie dachte schon, dass er sie bemerkt hatte. Sie kauerte sich hinter den Busch, ganz bemüht ja kein Geräusch zu machen.

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Gedichte auf den Leib geschrieben