Marie verbrennt sich

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Marie verbrennt sich

Marie verbrennt sich

Andreas

Die Morgensonne strich sanft über Maries nackte Beine. Wilde Orchideen verströmten einen unwiderstehlichen Duft, der den frühsommerlichen Garten in ein Reich der Sinne verwandelte. Marie trug ein zu dieser Stimmung passendes Kleid, das sie erst kürzlich erstanden hatte. Das modeaffine Mädchen hatte es in einer Zeitschrift gesehen, in der die neueste Pariser Kollektion vorgestellt wurde. Marie verliebte sich gleich, wollte es unbedingt haben. Das mit Blüten bedruckte Textil entsprach dem neusten Trend, war locker geschnitten und unverschämt kurz. Mama war wieder einmal wenig erfreut, als Marie es anprobierte, denn sie fand es viel zu gewagt. Erst als die Inhaberin des renommierten Modehauses Marie zur Seite sprang, ließ sie sich umstimmen. Das übermütige Mädchen fiel ihrer Mutter vor Freude um den Hals. Marie setzte ihren starken Willen fast immer durch!

Zaghaft ließ sie sich auf dem Korbsessel nieder. Obwohl Marie, vorsichtshalber, ein extra dickes Kissen untergelegt hatte, verzog sie das Gesicht zu einer schmerzgeplagten Grimasse. Sie wunderte sich nicht, dass ihr Hintern so weh tat. Neugierig hatte sie ihn im Spiegel betrachtet, gleich nach dem Aufstehen. Mit vor Schreck geweiteten Augen sah sie die ganze Bescherung. Wo einst makellose Glätte an einen frisch gepflückten Apfel erinnerte, dominierte nun hektisches Rot, das von vereinzelten bläulichen Schwielen flankiert wurde. Skeptisch besah sie ihr malträtiertes Heck. Es würde mindestens eine Woche dauern, bis ihr Gewisser sein gewohnt freundliches Aussehen zurück bekam. Dora hatte ganze Arbeit geleistet! Marie dachte an ihr amouröses Abenteuer in Madames Boudoir. Die Gouvernante hatte sie gewissermaßen wach geküsst, durch das Popo Versohlen ihre schlafende Begierde geweckt. Das aufgewühlte Mädchen schob das Kleid etwas höher, die Sonne tat ihrer Haut so wohl. Verstohlen schlüpfte ein Finger in ihr Höschen. Der frische Tau hinterließ einen kleinen Fleck. Marie würde neue Pantalons benötigen, wie so oft in letzter Zeit!

Fräulein Jansen war indessen auf der Suche nach Paula, dem polnischen Hausmädchen. Die Gouvernante verdankte der schönen Masurin erregende Stunden, die sie nicht missen wollte. Paula war mit Marie nicht zu vergleichen, entsprach einem anderen Typus Frau. Sie war gute zehn Jahre älter, und daher viel erfahrener in der Kunst der Liebe. Der größte Unterschied lag in ihrer hohen Bereitschaft, sich Dora bedingungslos zu unterwerfen. Marie war ein anderes Kaliber. Frech, vorlaut, eigensinnig: Diese Adjektive beschrieben sie treffend. Es waren starke Gefühle, die sie der zwanzigjährigen Tochter ihres Arbeitgebers entgegen brachte.

Dora betrat das Gästezimmer, in dem Paula dabei war die Betten zu beziehen. Sie strich die Laken gerade, beugte sich deshalb weit vornüber. Der eng sitzende Rock ihrer Dienstbekleidung spannte sich gefährlich, verlangte den Nähten einiges ab. Paula war so mit ihrer Arbeit beschäftigt, dass sie die Gouvernante gar nicht bemerkte. Um auch den letzten Zipfel des Leintuchs glatt ziehen zu können, bückte sie sich noch etwas tiefer. Die ansehnlichen Rundungen rebellierten gegen den sie einengenden Stoff. Das folgende Geräusch kannte jede Frau nur zu gut, die sich je in ein zu enges Kleid gezwängt hatte. Paula richtete sich erschrocken auf, langte sofort nach hinten, um das Maß des Malheurs einschätzen zu können. Der Riss zog sich über mehrere Zentimeter, gab den Blick auf ihr Höschen frei. Madame Dora räusperte sich: „Habe ich Dir nicht prophezeit, dass so etwas einmal passiert? Du hast nun mal einen besonders dicken Popo, der ausreichend Platz beansprucht!“
Paula zuckte zusammen, als sie die wohlbekannte Stimme vernahm. Mit beiden Händen suchte sie die prekäre Stelle zu verdecken. „Dora, ich habe Dich gar nicht kommen hören! Dieser billige Stoff taugt rein gar nichts. Die Nähte sind schlecht verarbeitet, kein Wunder dass sie nicht halten!“

Die Gouvernante drückte sie an sich, berührte selbst die leidige Stelle. Paula umarmte Madame, während diese den klaffenden Riss mit der Hand noch vergrößerte. Beherzt kniff sie Paula in die hinteren Backen! Das Dienstmädchen quiekte vergnügt, beschwerte sich aber bei ihrer Freundin: „Wie soll ich denn jetzt auf mein Zimmer kommen, um mich umzuziehen?“ Die Gouvernante zwickte sie ein zweites Mal, diesmal nicht ganz so stark. Die heißblütige Slawin stöhnte nun, ließ es sich gerne gefallen. Doras Lippen saugten sich an Paulas Ohrläppchen fest. Sie raunte: „Ich leg Dir meine Kostümjacke über, dann sieht man es nicht. Dein süßer Po ist für fremde Augen tabu!“ Das Mädchen antwortete schnippisch: „ Und was ist mit Fräulein Marie? Hast Du auch schon ihren Arsch angesehen?“ Die Eifersucht des Hausmädchens war deutlich spürbar. Dora strich ihr sanft über den schwarzen Haarschopf. „Das ist doch etwas ganz anderes, Paulinchen! Ich erziehe das Mädel zur höheren Tochter, da bleibt es nicht aus, dass ich sie auch mal übers Knie legen muss.“ Paula schmollte, drehte den Kopf zur Seite. „Ja schon, aber nachher gefällt sie Dir besser und ich bin vergessen. Hat sie denn einen Hübscheren als ich?“ Madame Doras Hand glitt in das Höschen, tätschelte liebevoll Paulas Po. „Nein, ganz bestimmt nicht! Man kann zwei Popos nicht vergleichen, jeder ist anders, wie die Sterne am Himmel ist jeder einzigartig!“ Mit dieser philosophischen Antwort gab sich die Polin zufrieden, vorerst zumindest. Madame zog ihr die Jacke über, so dass sie korrekt bekleidet auf den Flur treten konnte.

Marie hatte in der Zwischenzeit ihr Höschen gewechselt. Seit sie ihre mannigfaltigen Leidenschaften auslebte, hatte sie einen stark erhöhten Bedarf an frischer Leibwäsche. Madame Dora hatte ihr heute frei gegeben, damit sie sich von der gestrigen Unterrichtsstunde erholen konnte. Sie schlenderte entlang der üppigen Blumenbeete, als sie Paulas Freund entdeckte. Roman, einer der Stallburschen ihres Vaters. Marie verbarg sich hinter einem Holunderbusch, von wo aus er sie nicht sehen konnte. Roman war Mitte dreißig, durchaus ansehnlich mit dunkelbraunem Haar. Er lud schwere Heuballen auf einen bereit gestellten Pferdewagen, und er war ganz allein. Die Muskeln seiner Arme spannten sich unter dem Leinenhemd, als er die Ballen nach oben wuchtete. Marie stellte ihn sich nackt vor, wie er mit steifem Schwanz auf sie zu kam. Sie dachte an ihren Geliebten, den sie jetzt so gerne hier hätte. Der wettergegerbte Stallbursche konnte mit Fritz kaum konkurrieren, dennoch sah er gut genug aus, um Marie auf dumme Gedanken zu bringen.

Das Geschehen auf dem Heuboden hatte sich tief bei ihr eingebrannt. Sie sah Dora Jansen vor sich, die von Paula geleckt wurde. Seit diesem Moment fühlte Marie sich noch stärker zu ihr hingezogen. Hatte Dora sie nicht ihr Mädchen genannt? Die widerstreitenden Gefühle irritierten die junge Frau. Wieso war es ihr so wichtig, dass die Gouvernante sie lieber mochte, als Paula? Was war mit Fritz, der ihr alles bedeutete? Marie stieß einen leisen Seufzer aus. Ihr war klar, dass sie diese Verwirrungen nicht so schnell würde lösen können. Sie lenkte sich damit ab, weiter nach Roman zu schauen. Der lehnte erschöpft am Schlag des Heuwagens, nichtsahnend, dass er beobachtet wurde. Neben ihm stand eine Flasche Bier, die schon zur Hälfte geleert war. Roman griff nach ihr, um sie in einem Zug auszutrinken. Plötzlich sah er sich um, blickte suchend nach allen Seiten. Marie dachte schon, dass er sie bemerkt hatte. Sie kauerte sich hinter den Busch, ganz bemüht ja kein Geräusch zu machen.

Roman stellte sich neben den voll beladenen Wagen, blickte noch einmal nach links und rechts. Maries Augen weiteten sich, als er nun seinen Hosenstall aufmachte. Er stand genau in ihrem Blickwinkel, als er seinen Schwanz ans Tageslicht holte. Wie alle Männer stellte er sich breitbeinig hin, um sein Revier markieren zu können. Dann fing er ungeniert zu pinkeln an. Marie spürte, dass sich auch ihre Blase meldete. Romans kräftiger Strahl verstärkte diesen Drang. Das Plätschern nahm gar kein Ende, was vermutlich dem vielen Bier geschuldet war. Das in Not geratene Mädchen konnte nicht länger warten. Sie hob hektisch ihr Kleid, ging noch etwas tiefer in die Hocke. In letzter Sekunde gelang es ihr das Höschen beiseite zu schieben. Es glich einer richtigen Befreiung endlich seinem Vorbild folgen zu können. Der glasige Blick verriet ihre große Erleichterung. Marie fragte sich, ob es Fritz wohl gefallen würde, ihr beim Pipi machen zuzusehen? Sie stellte für sich fest, dass es sie sehr aufregen würde. Als die Pfütze unter ihr langsam versickerte, wagte sie wieder einen Blick. Roman war mit dem Einpacken seines Gemächts beschäftigt, das er nur einmal kurz abschüttelte.

Marie jedoch war ein anständiges Mädchen! Sie suchte ihre Handtasche, die sie neben sich abgestellt hatte. Im Innern war ihr Taschentuch, das sie nun dringend benötigte. Sie wollte gerade nach der Tasche greifen, als sie das Gleichgewicht verlor. Immer noch hockend, fiel sie nach hinten. Zu ihrem Pech landete sie zielsicher auf einem frisch gesprossenen Brennnesselbusch. Der Schmerz war barbarisch, trieb ihr sofort die Tränen in die Augen. Zudem erschrak sie sich furchtbar, da sie nicht wusste wo diese Pein plötzlich herrührte. Ihr Schrei war laut genug, um Roman aus seiner Lethargie zu reißen. Er zuckte regelrecht zusammen, als er ihn vernahm. Sofort suchten seine wachen Augen die Gegend ab. Er lokalisierte den Holunderstrauch als Ursprungsort des weiblichen Schmerzgeheuls. Marie glaubte vor Scham vergehen zu müssen, als sie ihn rufen hörte: „Hallo, ist da jemand? Brauchen Sie Hilfe? Ist Ihnen etwas passiert?“ Sie zupfte die Hose zurecht, zog eilig das Kleid über ihre lodernde Kehrseite. Mühsam erhob sie sich, unterdrückte den brennenden Wunsch sich den Hintern zu reiben. Mit kläglicher Stimme gab sie sich zu erkennen: „Ich bin´s Marie. Es ist alles in Ordnung. Ich habe mir nur etwas weh getan!“ Marie steckte den Kopf hervor, der so rot war, wie selten zuvor. Roman sah sie forschend an, wohl wissend dass sie ihm zugeschaut hatte.

„Sie sehen mitgenommen aus, Fräulein Marie! Sagen Sie mir, wo Sie verletzt sind.“ Marie machte keinerlei Anstalten ihren Platz zu verlassen. Diese Situation war ihr äußerst unangenehm.
„Es ist nichts Schlimmes, nur ein blauer Fleck.“, log sie. Roman beschloss der Sache auf den Grund zu gehen. Er lief auf das Mädchen zu, bis er dicht vor ihr stand. Sofort entdeckte er die platt gedrückten Brennnesseln, die ihm verrieten, wo der blaue Fleck saß! Er sah Marie mitleidig an, die sich am liebsten in Luft aufgelöst hätte. Sie hoffte, dass er schweigen würde, aber diesen Gefallen tat er ihr nicht. Stattdessen kniete er sich auf den Boden und riss eine der Nesseln ab. Er hielt sie Marie entgegen und sagte: „Mit denen ist nicht zu spaßen! Lassen Sie mich lieber nachschauen, ob alles in Ordnung ist.“ Marie glaubte nicht richtig zu hören. Sie konnte doch nicht, oder doch? Verlegen wie ein kleines Mädchen zupfte sie an ihrem Kleid. Sie sah ihn unschuldig an, während ihr Kätzchen zu schnurren begann. „Aber Roman, ich kann Ihnen doch nicht meinen…, sie verschluckte das peinliche Wort,….zeigen!“ Der Mann schnaufte, als ihm bewusst wurde, dass sein Plan aufgehen konnte. Dieses unglaublich schöne Mädchen war schließlich die Tochter des Gutsbesitzers. Er nahm all seinen Mut zusammen, hoffte die richtige Tonart zu treffen: „Sie haben sich hinein gesetzt, Marie! Es ist besser wenn ich Ihn mir anschaue, glauben Sie mir. Ich kenne ein Mittel, das den Schmerz rasch vertreibt!“ Marie wurde schwindlig, sie glaubte sich einer Ohnmacht nahe. Dieses pikante Gespräch wurde ihr langsam zu viel. Sie fragte sich, ob sie nicht zu weit gegangen war.

Die Rettung nahte in Gestalt der Gouvernante. Sie spazierte gern durch den Garten, vor allem in dieser Jahreszeit. Schon von weitem sah sie Marie, die auf den Stallburschen einredete. Sie beeilte sich schnell bei den Beiden zu sein, ahnte dass sie Marie beistehen musste. Sie mochte Roman nicht, was daran lag, dass er und Paula ein Verhältnis hatten. Dieser Weiberheld hatte bei Marie nichts verloren! Kaum dass der Mann Dora kommen sah, trat er einen Schritt zurück. Er setzte ein harmloses Gesicht auf, das absolute Unschuld suggerierte. Dora sah ihn mit stechenden Augen an, musterte ihn abschätzig. Marie warf sie einen warnenden Blick zu, den diese mit gesenktem Kopf entgegen nahm. Die Gouvernante wandte sich an den Stallknecht: „Sind Sie mit der Arbeit schon fertig? Oder machen Sie mal wieder eine Pause?“ Roman setzte ein freundliches Lächeln auf.
„Ich dachte nur, das Fräulein hätte sich weh getan. Ich geh gleich wieder an die Arbeit, keine Sorge!“ Sofort stiefelte er in Richtung des Heuwagens. Madame Dora ergriff Maries Hand. Der Ernst in ihrer Stimme verriet ihre Sorge: „Ich glaube, dass wir beide Redebedarf haben! Kommst Du mit auf mein Zimmer?“ Marie nickte stumm. Sie wusste, dass sie Madame eine Erklärung schuldete.

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