Marie will frei sein

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Marie will frei sein

Marie will frei sein

Andreas

„Ich gebe dir die Zeit, mein Angebot zu überdenken. Dennoch möchte ich dich gerne wiedersehen. Magst du mich an deinem freien Tag besuchen? Ich möchte dich gerne zu einem Abendessen bei Kerzenschein einladen.“ Elle versprach Alwin, dass sie seine Einladung sobald es ihr möglich sei annehmen wolle. Der Hauptmann spürte eine leichte Traurigkeit, als Elle ihr Kleid richtete. Das Mädchen gefiel ihm sehr. Elle bestand darauf, dass er sie ein gutes Stück vor dem Landgut der Erlbachs verließ. Sie wollte vermeiden, dass Gerüchte aufkommen, wenn man sie mit dem Hauptmann zusammen sah. Anne die Köchin freute sich über den Kohl und die frischen Eier, die Elle bei dem Bauern erstanden hatte. Ein Wirrwarr an Gefühlen begleitete Ellen an diesem Tag bis ins Bett. Alwin ging ihr nicht aus dem Kopf und die junge Frau ahnte, dass dies für längere Zeit so bleiben sollte. Die junge Herrin des Hauses wurde ebenfalls von wetteifernden Gefühlen geplagt. Marie fühlte sich zwar immer noch zu Gero hingezogen, doch seine offensichtlich zur Schau getragene Weltanschauung machte es ihr unmöglich, diesem Trieb nachzugeben. Die Stunden mit Dora spendeten Trost, den Marie bitter nötig hatte. Sie trug noch immer das besondere Outfit, als sie gedankenverloren über die Flure wandelte. Kurz vor ihrem Zimmer traf sie auf ihren Vater. Franz von Erlbach blickte verwundert auf seine ungewöhnlich gekleidete Tochter. „Kommst du von einem Kostümball, Marie? Du siehst aus wie ein Schulmädchen!“ Marie fiel ihrem Vater in die Arme. „Oh Papa, genauso fühle ich mich gerade auch.“ Marie gestand ihm ihr Erlebnis auf Geros Landsitz, wobei sie die pikanten Details unter den Tisch fallen ließ. Herr von Erlbach gehörte zu den Konservativen im Land, die in der jungen Republik eine Chance sahen. Er fürchtete um Maries Sicherheit, als sie ihm von der Gruppe um General Kiesäcker berichtete.

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