Dora fürchtete, dass Maries Sieg an die Öffentlichkeit dringen könnte. Es gab genügend Angehörige der besseren Gesellschaft, die in diesen Zeiten Zerstreuung suchten. Tatsächlich befand sich ein Nachbar der von Erlbachs unter den Zuschauern. Dank Maries Maske blieb sie während ihres Auftritts unerkannt, aber das änderte sich, als sie Elle und Suse zum Abschied zuwinkte. Gero von Kottwitz beobachte Marie auch in dem Moment. Sie streifte ihre Maske ab und dem Sohn eines Junkers fiel es wie Schuppen von den Augen. Marie Juliane von Erlbach beliebte es tatsächlich, mit ihrem völlig blanken Popo eine Schwarzwälder Kirschtorte zu besuchen! Der 23-jährige Landadlige schwärmte seit den Jugendjahren für Marie. Marie ignorierte seine zarten Avancen, da sie sich zu Friedrich Falkmann hingezogen fühlte. Friedrich entstammte ähnlichen Verhältnissen wie der jüngere Gero, unterschied sich aber ansonsten stark von ihm. Gero zeigte Charakterzüge, die Marie nicht sonderlich mochte. Sie fand den gutaussehenden Mann oberflächlich und auch etwas arrogant. Sein Standesdünkel verbat es ihm jedoch nicht, gewisse Lokale aufzusuchen, zu denen auch das von Charly Kaiser zählte. Gero von Kottwitz überlegte lange, wie er aus seinem Wissen Kapital schlagen könnte. Er konnte Maries Teilnahme nicht beweisen, aber er war sehr gespannt, wie das vornehme Fräulein auf einen dezenten Hinweis reagieren würde. Marie fand ein Kuvert, das an sie adressiert war. Sie öffnete es mit einem Brieföffner. Marie las den Text, der ihr eine Blässe ins Gesicht zauberte.
„Wertes Fräulein von Erlbach! Ich möchte Ihnen meine Hochachtung aussprechen. Neulich durfte ich Zeuge werden, wie Sie an einem pikanten Wettstreit teilnahmen. Sie gingen als verdiente Siegerin daraus hervor. Sie fragen sich bestimmt, wie ich Sie trotz ihrer Maske erkennen konnte. Nun, Sie lüfteten sie selbst, als Sie mit Fräulein Jansen dem Ausgang zustrebten.
Maries süße Rache
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