Marthas Mädchen

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Marthas Mädchen

Marthas Mädchen

Andreas

“ Martha lächelte, als Harriet ein Streichholz entzündete. Die Frauen rauchten schweigend, bis Harriet die Stille beendete. „Es war falsch, Susan zu bestrafen! Ich verstehe aber, weshalb du es getan hast. Du sorgst dich um Willi, weil er es nicht verstehen kann. Er will sicher Enkel und durch Susans Veranlagung sieht er diesen Wunsch gefährdet. Es geht aber um Susans Glück. Sie hat im Grunde nichts Böses getan, auch wenn das manche Menschen anders sehen.“ Martha war überrascht. „Du bist doch sonst in allem sehr konservativ. Du versohlst meine Zwillinge, wenn sie zu spät am Mittagstisch erscheinen und auch ich habe sehr viel Zeit über deinem Schoß verbringen müssen, weil ich mit Willi ausgegangen bin!“ Harriet lachte. „Da warst du aber auch erst 18 und nicht 22 wie deine älteste Tochter! Rede mit Susan und sage ihr, dass es dir leidtut. Willi wird es mit der Zeit akzeptieren, auch wenn es ihm sicher schwerfallen wird. Ich unterstütze dich, wenn du meine Hilfe brauchst!“ Harriet küsste ihre Tochter, die den Tränen sehr nahe war.

Linda hatte nicht mit diesem Besuch gerechnet. Martha stand vor der Tür. Susans Mutter schien aufgewühlt zu sein. „Was wollen sie hier, Miss Stone? Susan erneut übers Knie legen?“ Martha konnte Lindas Wut verstehen. „Ich habe einen Fehler begangen, Linda. Ich würde gerne mit Susan darüber reden.“ Ehe Linda antworten konnte, tauchte Susan im Türrahmen auf. „Lässt du mich mit meiner Mutter für ein paar Minuten allein, Linda?“ Linda nickte, um dann ihre Jacke überzuziehen. „Ich bin in einer halben Stunde zurück, wenn euch das reicht?“ Susan bat Martha in die kleine Küche. Sie bot ihrer Mutter kein Getränk an, als sie sich zu ihr an den Tisch setzte. „Was willst du, Mum? Du hast mich zutiefst gedemütigt!“ Martha blickte auf die Maserung der Tischplatte. „Das ist mir auch klar geworden. Ich habe mit Großmutter gesprochen und sie meint, dass ich falsch reagiert habe.

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