Martin und Vanessa

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Martin und Vanessa

Martin und Vanessa

Anita Isiris

Sie hat den Mantel aufgeknöpft. Ich kann mich nicht sattsehen an ihrem smaragdgrünen Rippchenpulli. Er zeichnet die Brüste so schön nach, stromlinienförmig. Der Mc Chicken schmeckt gut – von der Mayonnaise mal abgesehen. “Ich such mir in der Gegend was zum Pennen. Wir können ja mal nach drüben gehen und anfragen.”

Ich hätte es mir ja denken können. Hotel zur kleinen Linde. Haha. Rasch belegt, weil so klein. Ein einziges Doppelzimmer haben sie noch anzubieten.

Was macht das Schicksal mit mir? Ein einziges Doppelzimmer hat das Hotel zur kleinen Linde noch anzubieten. Am Besten geb ich mich jetzt mal ganz natürlich. “Also, Vanessa, ich hab da gar keine Probleme mit. Wir teilen uns doch den Raum. Die Betten können wir auseinander stellen. Betrachte das Ganze einfach als eine Art Massenlager.”

Gegenüber meinem Freund Moses habe ich gewisse Skrupel. Andererseits ist Martin ja ein Arbeitskollege und kein Anmachertyp. Wir haben vieles gemeinsam, unsere beruflichen Interessen überschneiden sich, und auch privat scheint er ein interessanter Gesprächspartner zu sein.
“Geben Sie uns das Zimmer, bitte”. Ich rufe Moses an und sage ihm, wo ich übernachte. Damit die Sache ihre Richtigkeit hat. Auch wenn er Martins Frau informieren sollte (die beiden kennen sich vom Studium her): Bestimmt gehen sie davon aus, dass wir getrennte Zimmer beziehen, der Martin und ich.

Sie baut mir eine Brücke, ich glaube es kaum. Vanessa baut mir eine Brücke. Ich werde die Nacht mit ihr im selben Zimmer verbringen. Bestimmt kann ich dann mal einen Blick auf ihren nackten Rücken erhaschen. Oder so. Ganz cool bleiben jetzt, Martin, um keinen Millimeter von der kollegialen Linie abweichen. “O.K., Vanessa, es bleibt uns wohl nichts anderes. Schauen wir uns die Loft mal an, legen das Gepäck ab und gehen dann noch was trinken?” Ich rufe Barbara an und sage ihr, wo ich übernachte. Damit die Sache ihre Richtigkeit hat. Auch wenn sie Vanessas Freund informieren sollte (die beiden kennen sich vom Studium her): Bestimmt gehen sie davon aus, dass wir getrennte Zimmer beziehen, die Vanessa und ich.

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