Masakos Rückkehr

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Masakos Rückkehr

Masakos Rückkehr

Sven Solge

Unser erster Weg führte uns nun dorthin. Wir wollten versuchen einen Platz in Göttingen, Hannover oder Braunschweig zu bekommen, was aber leider nicht möglich war, da man für Masako hier schon einen Deutschkurs gebucht hatte.

Nach einigem Hin und Her und nervigen Auseinandersetzungen mit meinem Chef, kündigte ich  und zog nach Köln.

Hier machte ich meinen langgehegten Traum wahr und machte mich selbständig.

Mein neues Betätigungsfeld war Baubetreuung!

Ich bot mich Häuslebauern an, die sich ein Haus bauen wollten, aber keine Ahnung davon hatten. Ich überwachte den Bauträger und die Handwerker aus der Sicht der Auftraggeber. Ich achtete darauf, dass alles fachgerecht und nach der Baubeschreibung ausgeführt wurde, vertat den Bauherrn eventuell sogar vor Gericht.

Schon nach zwei Monaten, musste ich einen jungen Architekten, sowie einen Hochbautechniker einstellen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass es so viel Bedarf gab.

Mein Verhältnis zu Masako war so innig geworden, dass ich ihr nach knapp sechs Monaten einen Heiratsantrag machte, weil ihr Arbeitsvisum bald ablaufen würde und sie zurück nach Japan müsste.

Zu meiner Überraschung willigte Masako nicht sofort freudig ein, sondern erklärte mir, dass das nicht so einfach wäre. Dazu müsste ich bei ihren Eltern um ihre Hand anhalten. In Japan sind Hochzeiten mit sehr viel Tradition behaftet, die sie nicht übergehen durfte.

Ich überzeugte Masako dann aber damit, dass wir in Deutschland erst mal standesamtlich heiraten sollten, damit ihr Aufenthalt hier gesichert sei und wir dann nach Japan reisen würden, um dort die Zeremonie nachzuholen.

Während Masako mittlerweile recht passabel deutsch sprach, war mein Japanisch recht dürftig. Ich hatte zwar auch einen Kurs besucht, war aber leider nicht so sprachbegabt wie Masako. Hinzu kam, dass ich aus beruflichen Gründen oft keine Zeit hatte zum Lernen.

Unsere standesamtliche Trauung fand nur im kleinen Kreis statt. Nur meine Eltern, meine ältere Schwester Susanne, sowie Heda und Klaus waren dabei.

Ich konnte mir ein Leben ohne Masako nicht mehr vorstellen und ihr erging es scheinbar genauso. Wenn wir zusammen waren, konnten wir die Finger nicht voneinander lassen, sodass es meiner Schwester etwas zuviel wurde und sie schon nach zwei Tagen wieder abreiste. Als dann auch meine Eltern abreisten, war ich irgendwie froh, denn ich war unglaublich heiß auf meine Frau. Nachdem wir meine Eltern verabschiedet hatten, ging Masako in die Küche und stand vor der Spüle. Ich umfasste sie und presste eine Hand in ihren Schritt und mit der anderen Hand ihre linke Brust. „Hochzeitsnacht?“, flüsterte ich.

-*-

Unsere Reise nach Japan, ein Jahr nach unserer standesamtlichen Heirat, stand mir bevor und ich wurde mit jedem Tag nervöser.

Auch wenn Masako mich immer zu beruhigen versuchte, so hatte ich das Gefühl zum Schafott geführt zu werden.

Doch es lief besser als ich erwartet hatte! Ich wurde mit offenen Armen empfangen. Auch wenn mir die Traditionen etwas überspannt vorkamen, so war es doch eine einmalige Zeremonie und ich liebte meine Masako danach umso mehr.

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