Lange stieß er sie, sie kam nicht mehr, aber diese ausdauernde Gier nach ihr tat ihr gut, wirklich sehr gut. Endlich spritzte er nochmal ab in ihr und sie war einfach willenlos durchgevögelt, eine herrliche, erschöpfte Zufriedenheit stellte dich ein bei ihr und ihm.
Matt, zufrieden lagen sie so beieinander und plauderten ein wenig, ganz unbekümmert, ganz anders als beim steifen Beginn ihres Dates. Ich freue mich schon auf das nächste Mal, ermunterte Marlies ihn mutig zu einer neuen Verabredung und seine Freude schien ihr wirklich ehrlich. Das war sie auch, denn er stand Freitag Nachmittag wieder an der Tür mit seiner großen Aktentasche und blickte nervös um sich. Recht so! lachte Marlies in sich hinein, als sie ihm öffnete.
*
Marlies war hungrig und angesichts seiner aufrichtigen Begeisterung für sie taute sie merklich auf. War ihr bei ihrem ersten Schäferstündchen noch die Angst vor der eigenen Courage anzumerken sowie die misstrauische Sorge, sich einem Schürzenjäger ohne ehrliches Gefühl für sie als Person auszuliefern, so nutzte sie unauffällige dienstliche Kontakte bald, um ihm zu signalisieren, wann einer sehr persönlichen Mediation Zeit und Ort offenstanden. Marlies erkannte sich selbst nicht mehr. Alles, wirklich alles, was sie ein halbes Leben lang an Bedenken und Vorbehalten, an Ängsten und Abneigungen gepflegt hatte, war wie in Nichts aufgelöst. Sie hatte keine Lust mehr irgendwelche Grenzen zu achten und Tabus zu meiden. Wer wusste denn, wie lange dieses Feuer noch loderte und sie dann vielleicht wieder zurückfiel aus diesem berauschenden Status einer unangefochtenen Göttin der Lüste in ihre triste Existenz als Aschenputtel neben all den schlanken, schönen und umworbenen Weibern? Nein, sie wollte jeden Augenblick genießen, der ihr vergönnt war, nicht die kleinste Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen.
Mediation mit Frau Wolf
Geschichten vom Anfang der Leidenschaft
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