Meine Konstante

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Meine Konstante

Meine Konstante

Leni Trattner

Er keuchte, als ich ihn in den Mund nahm, saugte, die Zunge um die Spitze wirbelte, salzig-vorfreudig. Seine Hände in meinem Haar, hoben den Kopf hoch, auf Höhe seines Gesichts. „Bereit?“ Ich nickte, und er drang ein – langsam, Zentimeter für Zentimeter, füllte mich aus, dehnte mich. Wir fanden einen Rhythmus, tief, stoßend, Schweiß mischte sich, Haut klatschte. Und obwohl es unser erstes Mal war, wirkte es vertraut. Routiniert. Und einfach gut. Seine Hüften kreisten, trafen genau den Punkt, der mich Sterne sehen ließ. Ich klammerte mich an ihn, Nägel in seinem Rücken, als der Orgasmus mich überrollte – wellenartig, zitternd, laut. Er folgte kurz darauf, stöhnte ganz selbstverständlich meinen Namen, pulsierte in mir, warm und von mir fest umschlossen.
Wir blieben so liegen, immer noch verbunden, atmeten schwer, lachten leise. Kein Feuerwerk danach, nur diese tiefe, selbstverständliche Nähe. Kein Wort, kein Plan. Nur Atem und dieses friedliche Schweigen.
Ich wachte früh auf. Das Licht fiel in schmalen Streifen über ihn. In der Küche roch es noch nach der Nacht – nach Essen, Haut, Schwere. Ich fand Kaffee, zwei Tassen, goss Milch hinein. Er kam barfuß herein, sah müde, aber zufrieden aus. Machte Kaffee, füllte mit diesem die Tassen auf. Wir sagten kaum etwas. Und das war genug. Kein Gespräch über Zukunft, kein Zögern, kein Versuch, den Moment zu erklären.
Als ich ging, roch ich nach ihm. Auf meiner Haut, meinem Schal, in meinem Haar. Und während draußen der Schnee schmolz, wusste ich: Ich würde ihn wiedersehen. Nicht, weil ich musste, sondern weil ich wollte.
Es gab kein schlechtes Gewissen, wie ich es seinem Bruder erklären würde. Nicht einmal die Überlegung, ob ich es ihm erklären müsste. Sondern nur das stille Gewissen, dass sich schon alles fügen würde.

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