Sie schien auf seinen Vorschlag nur gewartet zu haben, denn sie war sofort bereit, schließlich ging sie ja auch hier in der Bar ihrem Gewerbe nach. Mit dem Hinweis an Wanda, sie seien bald wieder da, nahm sie seine Hand und zog ihn mit sich fort und gab ihm kaum Zeit, bei Wanda seine Zeche zu bezahlen.
Auf der Straße hakte sie sich bei ihm ein, um so zu demonstrieren, dass er ihr gehörte und er spürte ihren Leib an seiner Seite und den Duft nach einem billigen Parfüm, der in der verräucherten Bar gar nicht bis zu seiner Nase gedrungen war. Doch schon nach ein paar Schritten blieb er stehen und sagte, dass es wahrscheinlich Probleme gäbe, wenn sie mit auf sein Zimmer kommen wolle. Das Hotel mache ihm nicht den Eindruck, dass man jederzeit Besuch auf das Zimmer mitnehmen könne, zumindest müsse er wohl für sie extra bezahlen und sie müsste sich ausweisen. Ob sie das könne, ob sie einen Ausweis dabei habe. Sie schüttelte den Kopf. Sie sei nicht illegal hier, sagte sie, aber die Aufenthaltserlaubnis sei ein so wichtiges Dokument, dass sie es nur mitnähme, wenn es unbedingt sein müsse. Die Gefahr, dass ihr jemand Geld, Ausweise, ja die ganze Handtasche klauen würde, sei zu groß, deswegen habe sie auch nur eine alte, unattraktive Handtasche und alles was da drin sei, sei leicht zu ersetzen, stelle selbst für sie keinen Verlust dar. Gehen wir in das Hotel, wo ich dich heute schon einmal gesehen habe. Erst jetzt ließ er heraus, dass er sie schon vom Sehen kannte. Ihr Gesicht verriet keine Regung, überhaupt hatte sie ihre Züge immer sehr unter Kontrolle, immer dieser leicht traurige, leicht weltfremde Ausdruck, der sich nur veränderte, wenn sie Rage geriet, bei Themen, die sie ganz besonders betrafen. Sie nickte nur, hakte sich wieder ein und nun gingen sie zielstrebig zu dem Stundenhotel, in dessen beleuchtetem Eingangsbereich, wie könnte es anders ein, zwei Frauen standen, die Consuela im Vorbeigehen zunickten.
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