Mia grinste frech zurück.
„Hier drinnen riecht es, als hätte ein Punk-Konzert stattgefunden. Es fehlen nur noch ein paar Bierdosen, die über den Boden kullern. Nicht sehr vorbildlich für einen Gesetzeshüter, oder?“
Der Bulle lachte, weil sie es meistens auf den Punkt brachte. Sie war so offen, sagte ehrlich, was sie gerade umtrieb. Er schätzte diese Eigenschaften, die er bei anderen Menschen nur selten vorfand.
„Nein, ist es nicht. Tut mir leid, dass ich so viel gequalmt habe. Ich gelobe hiermit, mich zu bessern!“
Mia legte schmunzelnd den Sicherheitsgurt um. Sie rauchte ja selbst – schon seit ihrem 15. Lebensjahr. Die junge Frau nahm sich vor damit aufzuhören. Spätestens zu ihrem 18. Geburtstag.
Der war ja bald! Mia freute sich darauf, da sie dann endlich frei entscheiden konnte. Über ihr Leben und alles, was damit zusammen hing. Der Bulle fuhr los. Sie redeten nicht viel während der Fahrt. Beide waren mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, die sich doch nur um den anderen drehten. Der Bulle fuhr auf den Stellplatz, der zu seiner Wohnung gehörte. Heute hatte ihn kein fremder Autofahrer okkupiert, stellte er erfreut fest. Mia schnappte ihre Tasche, die sie dem Bullen in die Hand drückte. Dann hob sie selbst den verpackten Gegenstand vom Boden des Wagens auf. Die Form erinnerte den Bullen an einen Tennisschläger. Vielleicht gehörte das heutzutage zum Sportunterricht dazu? Er wunderte sich zwar über das Packpapier, sagte aber nichts. Er schloss die Haustür auf. Sie setzten sich in sein Wohnzimmer, das die für einen Junggesellen typische Einrichtung besaß. Ein Tisch, ein gemütliches Sofa, sowie eine Stereoanlage mit dicken Boxen genügten dem Bullen. Einen kleinen Fernseher hatte er auch, aber der war meist hinter einem Vorhang im Regal verborgen. Der Bulle hatte Tee gekocht. Es war ein nasskalter Tag und das heiße Getränk tat Mia gut. Es wurde schon dunkel, obwohl es gerade mal 17 Uhr war.
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