Eine gähnende Leere tat sich vor mir auf.
„Du hast schon so viel für mich getan“, hörte ich Michelles Stimme hinter mir. „Ich möchte Dich nicht ausnutzen.“
„Das hat doch nichts mit Ausnützen zu tun“, erwiderte ich, während ich die Kühlschranktür wieder schloss und überlegte, wo ich noch etwas zu Essen haben könnte. Dann kam mir die rettende Idee und ich fragte Michelle: „Magst Du Pizza?“
„Ja, gerne“, antwortete sie.
Ich überlegte, wo ich den Prospekt vom Pizzaservice aufbewahrte. Aber Ordnung war noch nie eine meiner Stärken gewesen. Ich fand weder den Prospekt, noch die Telefonnummer, was mir ziemlich peinlich war, da Michelle mir bei meiner Suche zusah. Also entschloss ich mich, schnell zu dem Laden zu fahren und zwei Pizzen zu holen.
„Welche Sorte magst Du denn?“ fragte ich Michelle aus dem Schlafzimmer, während ich mich ankleidete.
„Irgendwas Billiges!“ antwortete Michelle von vor der Tür.
„Quatsch!“ erwiderte ich darauf. „Du musst was essen.“
Und ich fragte weiter: „Was schmeckt Dir denn?“
„Was gibt es denn?“ fragte Michelle zurück.
Ich hatte keine Ahnung.
„Kann ich nicht einfach mitkommen?“ fragte Michelle, da ich keine große Hilfe war.
„Klar“, antwortete ich, nur um das sofort wieder zu widerrufen. Fertig angezogen kam ich aus dem Schlafzimmer und schüttelte den Kopf. „Das geht nicht. Du hast ja nichts zum Anziehen.“
„Oh!“ machte Michelle. Auch sie hatte nicht mehr daran gedacht, dass ihr Mantel gestohlen worden war. Und plötzlich bat sie mich: „Dann geh Du bitte auch nicht, Michael. Lass mich jetzt bitte nicht allein.“
„Du musst was essen!“ beharrte ich aber und erklärte: „Ich bin auch gar nicht lang weg. Der Laden ist gleich um die Ecke.“
Ich wendete mich wieder der Tür zu. Aber Michelle hielt mich am Arm zurück und bei dieser Bewegung fiel das Badetuch dann doch zu Boden. Michelle schien es nicht zu bemerken. Sie flehte mich nur an: „Bitte geh nicht!“
Michelle & Michael
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Michelle & Michael
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