Michels Landhaus in der Loiret

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Michels Landhaus in der Loiret

Michels Landhaus in der Loiret

Desdemona

Weiß der Teufel, warum er mich herbestellt hat. Ich hatte mich seit Andalusien nicht mehr bei ihm gemeldet. Bei Michel wusste man nie, was einen erwartete. Würde er sich wie beim letzten Mal eine ganze Packung Viagra einwerfen? Oder würde er mir mit gequältem Blick aus blutunterlaufenen Augen die Tür öffnen und schon vor dem Abendessen zwei Flaschen Chablis geleert haben? Diesmal hatte ich den Spieß umgedreht, ihm meine Regeln diktiert:
„Wenn du mich sehen willst, musst du mein Ticket bezahlen und einen Fahrer schicken. Susann“
„It´s okay. You fly businessclass, at Airport the Sixt Shuttle Service will wait for you. It’s a comfortable Limousine. Michel”
Die Fahrt durchs Pariser Umland verdöste ich weitgehend. Michel begrüßte mich freundlich. Er umarmte mich lange und versuchte, mich mit seinem hypnotisierenden Blick zu verführen. Schnell sah ich weg und begrüßte Vox, der mir mit seiner Rute zuwedelte.
Ich war einigermaßen überrascht. Nichts hatte mich vorbereitet auf den schmerzhaften Schock, den Jeds Bild „ Der Schriftsteller Michel Houellebecq“ hinterließ. Es schien, als würden Michels Augen den Betrachter sezieren, ja, man glaubte, der gemalte Houellebecq würde einen von jedem Punkt des Raumes beobachten. Michel goss mein Glas voll.
„It´s only a picture. I know the artist. He is a friend of mine.”
“Yes, I know, Michel. Did you forget, that I have read your book”?
“Sorry, of course”!
“You like dinner, Susann”?
“I don’t like to cook this time”
“Que lastima. Your andalus meal was delicoius”
“I know this”.
“So you like to come with me en l´auberge? They offer good food”

Michel hatte nicht untertrieben. Der Fisch war köstlich. Neidlos musste ich anerkennen, dass ich es kaum besser hinbekommen hätte. Erneut überraschte mich Michel. Als der Koch an unseren Tisch kam, nuschelte er ihm ein paar eilige französische Sätze hin, wovon sich dieser offensichtlich geehrt fühlte. Teufel auch! Michel konnte tatsächlich umgänglich sein. War es nicht langsam an der Zeit, meine Maske der Ablehnung fallen zu lassen und nett zu ihm zu sein?

Im Schlafzimmer entkleidete ich mich rasch, schlüpfte unter die Decke und drehte mich zur Wand. Michel unternahm keinen Versuch, mich zu verführen. Leicht spürte ich seinen Atem an meinem Nacken. Bleischwer übermannte mich der Schlaf. Ich träumte einen heftigen Traum. Gerade als ich meinen Orgasmus herannahen fühlte, riss ich beide Augen auf. Es war weit nach Mitternacht. Ich lag auf dem Rücken und hatte die Beine gespreizt. Michels Kopf war zwischen meinen Schenkeln. Seine Zunge schleckte meine Möse aus. Ich gab mich geschlagen und ließ mich fallen in ein Meer aus Wollust.

Am Morgen erwachte ich völlig erschöpft. Michels zusammengerollter Leib hob und senkte sich sanft im Schlaf. Zärtlich ergriff ich sein Würmchen und massierte es mit der Hand, woraufhin es sich aufrichtete. Michel stöhnte im Schlaf. Ich brachte es nicht über mich ihn aufzuwecken. Als er kam, entfuhr seinen Lippen ein leiser Seufzer – mehr nicht.

„ Time to leave you, Michel. Call the Limousine-Service please“!
“Good, Susann. Don´t forget me”
Im Rückspiegel sah ich, wie die traurige Gestalt im Parka kleiner und kleiner wurde.

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