Miranda und der Milchmann

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Miranda und der Milchmann

Miranda und der Milchmann

Peter Hu

Miranda war ein blondes Girly aus bestem Hause. Seit Papa eine neue hatte, hatte er ihr wegen des schlechten Gewissens, aber auch, weil die Neue im Bett immer so laut war, einen eigenen, kleinen Bungalow am Stadtrand geschenkt.
Miranda mochte die Neue; sie hätte ihre ältere Schwester sein können. Denn mit sechsundzwanzig Lenzen, war die nur drei Jahre älter als unsere knackige Studentin. Darum fiel es ihr auch schwer, die vollbusige Schwarzgelockte „Mama“ zu nennen. Sie waren ein paar Mal zusammen in der Disco, und auch am Strand gewesen. Doch irgendwie war es sonderbar zu beobachten, wie wildfremde Kerle der „Stiefmama“ ungeniert auf Beine, Arsch und Möpse starrten. Paps tat ihr fast leid. Nicht nur, weil er morgens immer so geschafft aussah...
Nein wirklich, sie mochte die Neue, auch wenn sie Silicontitten albern fand. Schließlich verdankte sie ihr diese herrliche Behausung. Sogar mit eigenem Pool, und gar nicht weit von der Uni. Nur zehn Minuten mit dem Fahrrad. Das tat den Beinen gut. Miranda war richtig stolz auf die straffe Muskelunterlage in ihren Oberschenkeln. Und auch ihr schöner Podex war jetzt noch viel fester geworden.
Endlich war der Sommer da. Sie konnte jetzt in kurzen Jeans, oder engen Miniröcken zeigen, was sie fahrgestellseitig zu bieten hatte. Sie liebte es, durch ihren Anblick zu verwirren. Das erregte sie manchmal selbst so stark, dass sie das Fahrrad mit feuchtem Sattel in den Ständer stellen musste.
Ja, sie liebte auch das Studieren. Wenn der Papa Geld hatte, konnte man sich da Zeit lassen. Biologie, und Sport im Nebenfach; fürs Lehramt reichten ihre Leistungen alle male. Und schließlich, irgendwann würde sie ohnehin alles erben. Genau wie jene (ebenfalls blonde) Hotelerbin aus Amerika, die nach irgendeiner europäischen Hauptstadt benannt war. Auch wenn es bei Miranda etwas kleiner ausfiel (was im Übrigen auch ihre eigene Oberweite anbelangte - die Hotelerbin hatte immerhin ´ne Handvoll), Paps machte nur in Immobilien...
…Ja, Miranda zeigte in ihrer Freizeit gern was sie hatte. Ihr liebstes Hobby war es, fast nackt am eigenen Pool zu liegen. Die Hecke war noch recht spärlich. Gut, wenn man nicht genau hinschaute... Doch wer schaute da schon gerne ungenau hin? Der Finanzbeamte von nebenan hatte schon Ärger mit seiner Gattin. Der graumelierte Briefträger hatte sich ihretwegen eine Acht ins Vorderrad gefahren. Der ewige Junggeselle von gegenüber hatte neuerdings ein Fernglas, und beobachtete die Kraniche im Garten. Und der Milchmann...
...Ja, der Milchmann...
Der Milchmann hatte Haare auf der Brust. Er war nebenberuflicher Student...und war auch sonst ein recht passabler Kerl. Miranda wurde immer ganz wuschig, wenn der sehnige, schlanke, schwarzmähnige Südländer ganz unbefangen über die Hecke setzte, um die Milchflaschen vor der Tür auszutauschen. Natürlich blieb er gern auf ein kleines Schwätzchen am Pool. Die Blonde streckte sich dabei stets voller Besitzerstolz auf dem Handtuch, wenn sie bemerkte, wie gierig sein Blick an ihren nahezu winzigen Tittchen haften blieb. Nein, Silikon war nicht ihr Ding. Die kleinen Beulen genügten ihr völlig, um sich als Mädchen zu identifizieren; und die süßen Pfennigsknöspchen saßen genau an der richtigen Stelle. Die hatte sie von der Mama geerbt. Und die war vor zwei Jahren mit ihrem zwölf Jahre jüngeren Tennislehrer durchgebrannt. Nein, Miranda konnte wirklich von Kopf bis Fuß mit sich zufrieden sein. Zumal ihr freundlich verschlagenes Gesicht auch noch so liebenswert spöttisch grinsen konnte…

ENDE…das fand auch der Milchmann. Er liebte seinen Job. Man lernte viele nette Menschen kennen; gerade im Sommer, wenn sie draußen waren, …und ihre Hunde im Zaum hielten. Miranda hatte keinen Hund, dafür aber eine rattenscharfe Figur. Seit Wochen überlegte er, wie er nackt in ihren Pool gelangen konnte. Das war für ihn natürlich nur interessant, wenn auch die Poolbesitzerin im Wasser war. Ihr sündig rotes Himmelbett, stellte natürlich die absolute Steigerung dar. Er ahnte nicht, dass ihr haargenau die gleichen Gedanken durch den Kopf rasten (natürlich ahnte er es, schließlich spielte sie während des Gespräches ganz geistesabwesend mit ihrer rechten Himbeere. Die freie Hand kraulte ganz unbefangen über die zarte Innenseite des verführerisch angewinkelten Schenkels). Während er noch nachsann, schritt Miranda bereits zur Tat. Sie griff zum halbvollen Milchshakeglas, hob es zum Mund, …trank einen viel zu großen Schluck, …zielte, …berechnete die Flugbahn, …saugte den Eiswürfel ein, …verschluckte sich vorgeblich daran, …hustete, …verdrehte kunstreich die Augen, …und schoss ihm das kalte Projektil genau in den Ausschnitt seiner lässig aufgeknöpften Milchmannuniform…
Treffer…;mitten ins animalische Brustfell des sehnigen Athleten. Der Milchmann taumelte, …versuchte sich abzufangen, …verfehlte ihre hilfreich dargebotene Hand, und klatschte rittlings in den Pool. Miranda sprang sogleich hinterher. Sie hatte schließlich den Rettungsschwimmer (immerhin trug sie einen blutroten Tangaslip mit aufgesticktem Seepferdchen). Sie war fest entschlossen, den kunstreich erlegten Bären zu retten. Der paddelte wild, und in gespielter Panik. Doch als sie ihn im körpernahen Rettungsgriff hatte, beruhigte er sich schnell. Plötzlich konnte er sogar schwimmen.
„Welch ein dummes Missgeschick“, gurrte die nasse Blonde. „Sie hätten einen Herzschlag kriegen können. Sie müssen unbedingt aus den nassen Sachen, sonst gehen sie mir noch unter“(überflüssig zu erwähnen, dass der große Mann hier lässig stehen konnte). Schon knöpfte die Nixe hektisch an seiner gedunsenen Uniform…
Es folgte heftiges Reiben und Knutschen. Bald schloss sich eine gierige Schenkelzange um des Mannes Mitte. „Halt, …halt“, …rief dieser mit rotem Kopf, und ausgefahrenem Seerohr. „Wir kennen uns doch noch gar nicht so lange. Ich bin zwar spitz, hab aber noch kein Gummi auf der Stange…“
„Keine Angst, ohne hätte ich ihn auch nicht verschlungen“, lachte Miranda gut gelaunt, und zog ihren erbeuteten Hecht an Land. „Aber wenn du mir bitte ins Schlafzimmer folgen möchtest? Da hab ich ein feuerrotes Himmelbett, und einige Köcher unterm Kissen.“
Zu diesen Worten rieb ihn die Blonde derart kunstreich mit dem Handtuch trocken, dass man es anschließend an seinem Fockmast aufhängen konnte.

…Dezent glitt das Rollo herunter, damit sich keine Kraniche durchs Fenster stehlen konnten.
Zwei heiße Leiber sanken in kühle Seide. Zwei heiße Himbeeren gruben sich in weiches Fell. Zwei kribbelnde Schenkel öffneten ihre einladende Schere, und eine stattliche Muräne fand ihren Weg in eine willkommen feuchte Höhle. Ein Ornithologe senkte verträumt sein Glas, als die euphorischen Schreie der Kraniche ertönten.

Nein, natürlich heirateten Miranda und der Milchmann nicht. Zu viel Happy End ist schließlich albern. Außerdem: Sie waren beide noch jung, und mussten noch viele Erfahrungen sammeln. Der Milchmann war begeisterter Swinger. Doch den ganzen Sommer über, kam die Milch in der Vorstadt etwas zu spät vor die Tür.
Ein kleines Happy End jedoch, sollte sich der Romantik wegen für den ewigen Junggesellen anbahnen. Des Vogelkundlers Chance kam im Herbst. Denn Miranda war kein Kind von Traurigkeit, und dieser Nachbar sah gar nicht schlecht aus, wenn er die dicke Brille abnahm. Sie verführte ihn beim Laubkehren. Doch das ist eine andere Geschichte…

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