Mission Impossible

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Mission Impossible

Mission Impossible

Alina Soleil

Schnell husche ich zu den Spinden, verfrachte Toni in das Fach hinter der Tür mit der Nummer 123 und gehe dann mit pochendem Herzen und ziemlich weichen Knien in Richtung Bar. Gott, bin ich nervös. Aber gleichzeitig ist da dieses krasse, geile Gefühl, das ich so nicht erwartet hätte. Ich bin splitterfasernackt, trage nur ein Kropfband um den Hals und eine dünne, silberne Kette um meine Hüften. Und natürlich schwarze High Heels. Als ich unterwegs dem ersten Mann im Bademantel begegne, spüre ich einen klitzekleinen Anflug von Scham in mir und einen Hauch Verletzlichkeit, aber alles wird überstrahlt von lustvoller Erregung und diesem leichten Ziehen in meinem Schoß. Ja, diese Situation macht mich wirklich an. Viel mehr, als ich es mir in meiner Fantasie vorstellen konnte. Ich fühle mich begehrenswert und verführerisch. Hot und verrucht. Meine Nervosität verwandelt sich langsam in Vorfreude. Jungs, hier bin ich! Bereit, von euch genommen zu werden.

Der Mann im Bademantel läuft an mir vorbei und würdigt mich keines Blickes. Was war das denn? Wenigstens anschauen hätte er mich können. Idiot! OK, vielleicht war der gerade in Gedanken, irgendwo ganz anders. Ich gehe ein paar Schritte weiter, zu den Saunen. Aus der Dampfsauna
kommen gerade zwei Herren und unterhalten sich leise. Die beiden schauen noch nicht mal ansatzweise in meine Richtung. Hallo? Wieso sieht mich denn niemand?

Damit habe ich nicht gerechnet. Wahrscheinlich liegt es an dem aktuellen Überangebot der Damen – ich habe bisher höchstens fünf Bademantelträger gezählt, aber etliche nackte Mädels, eine heißer als die andere. Und auch denen wird kaum besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Zum Glück ändert sich wenigstens die Anzahl an herumlaufenden Bademänteln innerhalb der nächsten halben Stunde deutlich.

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