Ich versuche, mich davon nicht beeindrucken zu lassen und spreche ihn an, und zwar mit dem besten aller Anmachsprüche.
„Na?“
Er guckt mich irritiert an. „Come?“
Oh, ein Italiener. „Äh. Ciao.“
„Ciao.“
Kurzes Schweigen, ich habe den Faden verloren. Die Puppe langt nach seinem Arm, als wolle sie damit Besitzverhältnisse klären.
„How, äh, how are you?” Mein rudimentäres Italienisch hat mich komplett verlassen, also steige ich auf Englisch um.
Er guckt mich kritisch an: „Wate you wante?“
„Can I sit next to you?” Mir fällt nichts Besseres ein. Sofort merke ich, dass das eine ziemlich dumme Frage war. Neben ihm steht nur ein Stuhl, und auf dem sitzt schon Puppe.
Er schaut sie an, dann mich, und dann fragt er sie „you know her?“
Puppe wirft mir einen Blick zu wie ein nordkoreanischer Grenzbeamter und sagt, deutlich unterkühlt: „No.“
„You like her?“
Puppe macht einen undefinierbaren Gesichtsausdruck und schweigt.
Der Italiener zuckt mit den Achseln und sagt, mit einem beschwichtigenden Unterton „sorry, perhapse later.“
Puppe wirft mir ein vergiftetes Lächeln entgegen und schmiegt sich demonstrativ an ihren Fang an.
Mit rotem Kopf stapfe ich davon, direkt in Richtung Bar. Ich brauch jetzt dringend 'nen Drink, irgendwas Auflockerndes. So viele Körbe in kurzer Zeit muss man erst mal verdauen.
„Prosecco, bitte!“
Der Barkeeper schiebt mir ein Sektglas und ein kleines Fläschen Scavi & Ray zu. „Quindici E-Uro.“ Auch ein Italiener. Tatsächlich ist italienisch die mit Abstand am meisten gesprochen Sprache in dem Club, wohl wegen der Nähe zur Grenze und weil in Italien Prostitution verboten ist. Ich überlege kurz: der will tatsächlich 15 Euro von mir! Dabei kostet der gerade mal 2,29 bei unserem Rewe um die Ecke.
Egal, ich habe ja den Gutschein von Lara. Der Barkeeper nimmt ihn wortlos entgegen und putzt danach wieder Gläser.
Mission Impossible
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