Ich gieße die schäumende, hellgelbe Flüssigkeit ein wenig zu schnell ins Glas, sodass es fast überläuft. Da berührt mich jemand an der Schulter. Eine weibliche Stimme flüstert mir ins Ohr: „Wenn du keinen Ärger willst, dann tust du jetzt genau das, was ich dir sage.“
Erschrocken drehe ich mich zu der jungen Frau um, die unbemerkt neben mir Platz genommen hat. Mir schießt das Blut ins Gesicht, mein Puls dreht hoch. Ich will etwas erwidern, aber sie kommt mir zuvor.
„Das sieht ein Blinder mit dem Krückstock, dass du keine von uns bist. Was auch immer dich geritten hat oder welchen Kick du suchst: unser Betreiber kann richtig viel Ärger kriegen, wenn du dich als Hure ausgibst und damit quasi ohne Anmeldung anschaffen gehst. Und wenn unser Betreiber Ärger bekommen kann, dann möchtest du nicht der Grund dafür sein.“
„Oh“ ist alles, was mir darauf einfällt.
„Du kannst froh sein, dass ich dich zuerst entdeckt habe und nicht Mario.“
„Wer ist Mario?“
„Security. Ist eigentlich dafür da, uns Mädels vor Idioten zu schützen.“
Ich greife nach dem Prosecco, meine Hand zittert. Um mich zu beruhigen, nehme ich einen großen Schluck. Und kippe dann den Rest in einem Zug runter.
„Pass auf, wir machen das jetzt so: du gehst mit mir rüber zu den Duschen, nimmst dir einen frischen Bademantel und begleitest mich dann auf ein Zimmer. Dort können wir reden. Ich bin übrigens Sonja.“ Sie steht auf, nimmt mich am Arm und schiebt mich regelrecht in Richtung zur Tür zum Wellnessbereich. „Alles klar, äh, Danke, dir. Ich heiße Nadja.“
„Ganz bestimmt nicht.“
Auf dem Zimmer habe ich zum ersten Mal Gelegenheit, Sonja näher anzuschauen. Hübsch ist sie, vielleicht Anfang dreißig, sehr natürliches Aussehen, kurze, braune Haare, kleine, straffe Brüste und eine makellose Haut – was mich sofort etwas neidisch macht.
Mission Impossible
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