Mission Impossible

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Mission Impossible

Mission Impossible

Alina Soleil

Aber OK, ich bin ja auch schon ein paar Jährchen älter.

„So, Nadja, oder wie du auch immer heißen magst, im echten Leben meine ich, dann erzähl mir mal: was hast du dir bei dieser Nummer eigentlich gedacht?“

Ich erzähle ihr von meiner momentanen Situation, ein wenig von meinem Ex und von meiner sexuellen Frustration. Und dann von meiner Fantasie, mich als Prostituierte auszugeben und es nach Herzenslust mit so vielen Männern zu treiben, wie ich will. Sonja hört mir aufmerksam und wertschätzend zu und offenbart damit eine dieser besonderen Fähigkeiten, die gute Sexarbeiterinnen auszeichnet: Empathie.

Sie schweigt eine Weile, dann sagt sie: „Ich kann dich sehr gut verstehen. Und deine Fantasie ist gar nicht mal so selten. Aber kaum jemand setzt die wirklich um. Du hast echt Mut. Toni, the Butch! Das ist fast zu gut, um wahr zu sein.“

Nach einer Weile fügt sie hinzu. „Weißt du was? Wir bekommen das hin. Ich hab eine Idee, wie du deine Fantasie in die Tat umsetzen kannst. Und danach auch problemlos wieder aus dem Club rauskommst.“

Gespannt höre ich zu, was Sonja im Sinn hat. Sie trifft heute einen Stammkunden, einen „total netten Kerl,“ wie sie sagt, „und richtig gut im Bett.“ Mit dem will sie einen Dreier arrangieren, bei dem ich im Mittelpunkt stehen soll. Gemeinsam denken wir uns eine Geschichte dafür aus: dass ich ganz neu in dem Business sei (was im Prinzip ja auch stimmt), dass er das Privileg habe, mich gewissermaßen zu entjungfern, dass ich noch nie beim Sex mit einem Mann einen Orgasmus gehabt hätte (was definitiv gelogen ist), und dass wir ihn ausgewählt hätten, weil er der beste Lover wäre, dem Sonja je begegnet sei, weil mich nur ein Meister wie er – wenn überhaupt – zu den höchsten Gipfeln der Lust bringen könne. Um ihn zusätzlich anzuspornen, sein Bestes zu geben.

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