Mission Impossible

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Mission Impossible

Mission Impossible

Alina Soleil

Der versucht nämlich immer wieder, sich einzumischen und uns zu begrapschen, aber das lässt Sonja nicht zu. Einmal muss auch ich seine Hand wegschieben. Unsere deutliche Zurückweisung dem Typ gegenüber empfinde ich als echte Genugtuung, nach all den Körben, die ich mir vorher eingesammelt hatte.

Plötzlich löst sich Sonja von mir und winkt erfreut einem Gast zu, der – zusammen mit ein paar anderen Männern in weißen Bademänteln – gerade das Außengelände betreten hat.
„Matteo! Ciao! Siamo qui, nell'idromassaggio!“ Der angesprochene Bademantel dreht sich zu uns um, lächelt breit und winkt zurück. „Ciao Bella! Sono subito da te.“
„Wow, wieso sprichst du so gut Italienisch?“, will ich wissen.
„Oh, ich habe ’ne Zeit lang in Bologna studiert, Industriedesign.“ Sonja überrascht mich ein weiteres Mal, aber dann schimpfe ich mich selbst: Wieso soll eine Sexarbeiterin nicht an der Uni gewesen sein? Was ist das für ein Stereotyp in meinem Kopf! „Ich hab nach dem Studium eine Weile bei VW gearbeitet, zuerst in Sant'Agata Bolognese und dann in Wolfsburg“, sagt Sonja weiter, „hab mich dann aber bald dazu entschieden, Vollzeit als Sexarbeiterin und Escort zuarbeiten. Ich habe mir damals damit schon das Studium finanziert und sehr schnell Gefallen dran gefunden. In diesem Job kann ich den Menschen viel mehr geben und bin zudem mein eigener Boss.“

Matteo ist inzwischen am Pool angekommen: Ein gutaussehender Mann mittleren Alters. Er hat dunkles, halblanges, lockiges Haar, das hie und da schon mit grauen Strähnen durchzogen ist – ein wundervoller Kontrast zu seinem sonst eher jugendlichen Aussehen. Matteo lässt den Bademantel achtlos fallen und steigt sogleich zu uns ins warme Wasser. Sonja begrüßt ihn umgehend mit einem langen, intensiven Kuss.

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