Der dicke Graupelz kapiert sofort, dass für ihn jetzt gar kein Platz mehr ist und verlässt grummelnd das Becken.
„Matteo, darf ich dir...“
„Katrin“, platze ich rein und wundere mich im selben Moment, dass ich meinen wahren Namen nenne.
„Darf ich dir – Katrin vorstellen?“
„Katrin! Che bello!“ erwidert Matteo und strahlt mich an.
„Was für eine schöne Name. Iste mir eine Verngugen.“
Er reicht mir lachend die Hand, was mir etwas zu formell erscheint, aber irgendwie auch sehr gentlemanlike. Matteo hat einen angenehmen Händedruck, selbstbewusst, kräftig, aber nicht zu fest.
„Sie sinde eine Freundin von die Sonja?“ fragt er mit seinem wundervollen italienischen Akzent und einer Stimme, die sämtliche erotische Saiten in mir zum Vibrieren bringt.
„Nun, wir, äh, kennen uns erst recht kurz. Ich bin sozusagen eine Kollegin. Also nicht wirklich, das heißt noch nicht …“
„Katrin möchte Escort werden“, fasst Sonja mein Gestammel zusammen.
„Ah, bene.“ Matteo guckt mich einen Moment lang prüfend an. Ich widerstehe dem Impuls aufzustehen und mich ihm in meiner kompletten Nacktheit zu präsentieren. Stattdessen schaue ihm offen und ein wenig provozierend in seine blaugrünen Augen. Sie wirken irgendwie schelmisch, vermutlich wegen der kleinen Lachfältchen, die sich im Lauf der Jahre gebildet haben. Er hält meinem Blick stand und lächelt mich fröhlich, fast ein wenig spöttisch an. Aber in seinen Augen lauert noch etwas anderes, etwas, das ich nicht richtig fassen kann. Etwas, das mich ziemlich antörnt. Ich würde es nicht direkt als gefährlich bezeichnen wollen, eher als herausfordernd, abenteuerlustig, vielleicht auch ein wenig animalisch. Aber auf alle Fälle sehr erotisch.
„Hey, ihr beiden Turteltäubchen, ich bin auch noch da!“, ruft Sonja und schlingt ihre Arme um Matteos Hals.
Mission Impossible
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