Manche sind auch sehr herablassend gegenüber Frauen, aber das gehört wohl untrennbar zu deren Machogehabe. So hilfreich die Berichte waren, wenn es um die Location selbst ging: je mehr ich davon las, desto mehr fing ich an zu zweifeln, ob ich solchen Typen wirklich begegnen wollte.
Zum Glück stieß ich dann aber auf einen Artikel einer „Freierforscherin“ (ja, das gibt’s wirklich), die ein differenzierteres Bild dieser Männer zeichnete. Viele Kerls würden sich lediglich in den Foren so darstellen, im wahren Leben wären diese Leute ganz anders. Und je hochklassiger und teurer die Location, desto zivilisierter seien die Gäste dort. Das beruhigte mich etwas.
Nach einigem Hin und Her hatte ich mich dann entschieden: Ich würde nach Österreich fahren! Das war zwar am weitesten weg, aber die Location war schlussendlich in allen Punkten auf meiner Checkliste auf Platz eins oder zwei. Der Termin sollte im Spätsommer sein, wenn man die Außenanlage noch gut nutzen konnte. Ein Hotel in der Nähe hatte ich auch schon gefunden. Jetzt musste ich nur noch meinen Plan konkretisieren.
Die erste Hürde war der Empfang. Die Gäste sind fast ausschließlich Männer, Frauen als Kunden kommen höchsten homöopathisch vor, und wenn, dann nur in Begleitung von Männern. Und die sind dann oft Callgirls oder Escorts. Wenn eine Frau allein kommt, dann will sie dort arbeiten. Ich musste davon ausgehen, dass die Leute am Empfang alle ihre Dienstleisterinnen kennen und mich sofort als „Neue“ identifizieren würden – mit allen dann folgenden Konsequenzen wie Aufnahme der Personalien (die ich nicht preisgeben wollte), vielleicht Meldung bei Behörden (was auf keinen Fall passieren durfte), Gesundheitsnachweise (die ich ja nicht habe), usw.
Mission Impossible
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