Ich musste es also hinbekommen, meinen Auftritt als Solo-Frau plausibel zu machen und mich eindeutig als Kundin und nicht als Sexarbeiterin zu positionieren.
Dazu hatte ich eine einfache, aber geniale Idee. Ich würde mich als lesbische Frau ausgeben, als sehr maskulinen Butch, der Bock darauf hatte, es mit sehr femininen Frauen zu machen, genauso wie all die anderen Kerls im Club. Dafür brauchte ich natürlich die passende Verkleidung – und Psychologie, um die Täuschung perfekt zu machen. Letzteres war gar nicht mal so schwer: Ich rief einfach dort an! Ich meldete mich als Toni („eigentlich Antonia, aber alle nennen mich Toni“), erzählte eine Geschichte von meiner angeblichen Fantasie, einmal als lesbische Frau in die Rolle eines männlichen Freiers zu schlüpfen, und fragte höflich, ob das möglich sei (natürlich war es das).
Ich betonte mehrfach, dass ich „von den anderen Männern nicht schräg angeschaut werden wolle, und was ich tun könne, damit das nicht passiere“. Die junge Frau am Telefon, sie hieß Lara, beruhigte mich, dass wir das sicher hinbekämen. Ich würde im Bademantel unter all den anderen Gästen nicht sonderlich auffallen, versicherte sie mir. Ich könne ja zudem eine Sonnenbrille tragen und vielleicht auch einen Hut oder eine Mütze, das wäre nicht ungewöhnlich. Wir vereinbarten, dass Lara mich am Tag meiner Anreise in Empfang nehmen würde. Sie würde mir außerdem ein dezentes Bändchen für mein Handgelenk geben, was als Erkennungszeichen für die Sexarbeiterinnen dienen sollte, damit mich nur die ansprechen würden, die es auch mit Frauen machen.
Ein perfekter Psycho-Hack. Sobald ich am Empfang als Toni (the Butch) auftauchte, würde mich Lara sofort „wiedererkennen,“ was alle Zweifel an meiner Story zerstreuen würde.
Mission Impossible
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