Dazu brauchte ich jetzt natürlich auch die passende Verkleidung, und das war nicht mehr ganz so einfach. Ich bin nämlich für mein Alter Ego Toni zu schlank, zu klein, zu zierlich. Ich habe lange, schwarze Haare und sehr weibliche Züge. Optisch kann ich, ohne anzugeben, problemlos mit den meisten Mädels mithalten, die in FKK-Clubs arbeiten. Um mich also glaubhaft in einen Butch zu verwandeln, besorgte ich mir eine Kurzhaarperücke, eine eckige schwarze Hornbrille, ein Basecap, ein weites, kariertes Holzfällerhemd, unter welchem ich eine ärmellose Daunenweste trug, um meine Figur zu kaschieren und insgesamt etwas wuchtiger zu wirken. Das war, wegen der sommerlichen Temperaturen, keine wirklich gute Idee, wie ich schnell feststellen musste. Abgerundet wurde das Bild durch labbrige, weite Jeans und Camel-Boots mit grobem Profil. Ich malte mir mit Kajal sogar noch ein Tattoo ins Gesicht und versuchte, mit betont tiefer Stimme zu reden. Alles sehr klischeehaft, ich weiß. Aber am Ende hoffentlich wirksam.
So, und jetzt stehe ich hier. Vor dem Eingang in den Club. Der olivgrüne Rucksack, den ich lässig über meiner Schulter trage, enthält alle Utensilien, die ich später brauche, um mich in Nadja zu verwandeln. So würde ich in meiner Rolle als freischaffende Liebesdienerin heißen.
Mutigen Schrittes gehe ich durch die automatische Tür und steuere auf den Empfang zu. Die junge Frau hinter der Theke schaut mich etwas skeptisch an, aber als ich mich als Toni zu erkennen gebe, und nach Lara frage, da nickt sie mir kurz zu und winkt eine Kollegin zu mir her. Die begrüßt mich freudestrahlend.
„Herzlich willkommen bei uns im Haus, ich hoffe, du hattest eine gute Anreise! Ich bin Lara. Ich freu mich, dich endlich in echt zu sehen.
Mission Impossible
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