Mission Impossible

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Mission Impossible

Mission Impossible

Alina Soleil

Seit Monaten spiele ich mit dem Gedanken, in einen Swingerclub zu gehen. Und zwar allein. Als Frau ist das in den meisten Clubs gern gesehen und oft sogar kostenlos, weil dort tendenziell ein Männerüberschuss herrscht. Die Leute nennen dich dann „Einhorn,“ weil’s das so selten gibt.

Dass ich da allein hingehen will, hat einen einfachen Grund: Ich bin seit über einem Jahr Single. Und schon viel länger mit meinem Sexleben mehr als unzufrieden. Ich fürchte, dass sich das auch so schnell nicht ändern wird, denn mit über vierzig bin ich „schlecht vermittelbar,“ auch wenn mir alle Freunde immer wieder sagen, ich sähe ziemlich hot aus und höchstens wie Anfang dreißig. Spielt aber auch keine Rolle, die Männer in meinem Alter sind entweder vergeben oder Idioten – sorry, dass ich das so hart sagen muss.

Mit Tinder und Co hatte ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Und ich fühle mich viel zu jung, um mich nur noch mit meinem Womanizer sexuell über Wasser zu halten. Deshalb schaute ich mich seit einiger Zeit nach anderen Optionen um, wie zum Beispiel Swingerclubs. Ich hatte immer schon mal Lust auf einen Dreier oder mehr, aber mit meinem Ex war in der Sache nichts zu machen. Er entwickelte sich ohnehin mehr und mehr zur Niete im Bett, ging lieber Vögel beobachten als mit mir zu vögeln. Blödes Wortspiel, ich weiß, aber leider trifft es die Sache ziemlich genau. Sein Ornithologen-Tick war so ausgeprägt, dass er sogar unsere Jahresurlaube danach planen wollte, wann und wo sich die Bird-Watching Community traf. Mir ging das so auf den Nerv, dass ich die Notbremse gezogen habe. Ich glaube, ihm war das sogar ganz recht, er wirkte erleichtert, als ich ihm von meinen Trennungsabsichten erzählte. Um unsere Beziehung hat er jedenfalls nicht eine Sekunde lang gekämpft.

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