Mit dem Rolli ins Glück - Kapitel 6

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Mit dem Rolli ins Glück - Kapitel 6

Mit dem Rolli ins Glück - Kapitel 6

Gero Hard

Die Räder stehen noch nicht ganz still, als sie mit einer fließenden Bewegung wieder im Inneren des Audis auftaucht, die Tür aufreißt und weinend ihren Eltern entgegenläuft. Minutenlangen liegen sie sich die drei in den Armen. Sturzbäche von Tränen fließen aus acht Augen, denn auch mich lässt dieser Anblick nicht kalt. Ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch einen anderen geliebten Menschen dauerhaft von seiner Familie trennen kann. Der grauenhafte Gedanke verpasst mir eine kräftige Gänsehaut.

Regungslos bleibe ich hinter meinem Lenkrad sitzen und beobachte diesen schönen Anblick. Es erfüllt mich mit tief empfundener Freude, den Dreien zuzusehen. Beinahe endlos scheint ihre Umarmung zu dauern, doch dann kommt Bewegung in die kleine Gruppe. Mit ihrer Mutter an der Hand kommt Svea auf mich zu.

„Das ist meine Mutter Lia und das ist mein Vater Lars“, stellt sie mir ihre Eltern vor.

„Mama, Papa, das ist Finn. Er hatte einen Motorradunfall und sitzt deshalb im Rollstuhl. Ihm verdanke ich, dass ich hier bei euch sein kann“,erklärt sie ihren Eltern auf Schwedisch.

„Herzlich willkommen Finn“, begrüßt mich Lia in gebrochenem, aber verständlichem Deutsch. „Vielen Dank, dass du uns unsere Tochter zurückgebracht hast“, sagt ihr Vater und bietet mir einen Handschlag zur Begrüßung an, den ich gern annehme.

„Au weh Finn, es tut mir leid! Ich bin so ein Schussel. Warte, ich hole schnell deinen Rolli aus dem Kofferraum.“

„Alles ok, ich freue mich für dich, für euch.“, antworte ich verständnisvoll. Svea schiebt mich durch den Kies zum Haus. Es geht doch etwas schwer, so dass Lia schieben hilft und Lars unser Gepäck ins Haus trägt.

Dort ist alles warm, außerordentlich gemütlich und wohnlich eingerichtet. In jedem Teil der Dekoration erkennt man die liebevolle Handschrift einer Frau, von Sveas Mutter. Ich kann mit einem kurzen Rundumblick sofort erkennen, warum Svea diesen Ort, ihre Familie und diese Vertrautheit so sehr vermisst hat.

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Mit dem Rolli...

schreibt Huldreich

Lieber Gero Hard! Vielen Dank für die Fortsetzung! Da ich in Schweden meine zweite Heimat habe, hat mich die Geschichte mit Svea und die Liebe, die daraus spricht, sehr bewegt. Vielen Dank und liebe Grüsse Ulrich Hermann München

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