Mit dem Rolli ins Glück - Kapitel 8 - 10

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Mit dem Rolli ins Glück - Kapitel 8 - 10

Mit dem Rolli ins Glück - Kapitel 8 - 10

Gero Hard

Am Barren fühle ich den Druck unter den Füßen. Wenn Svea unaufmerksam ist, was selten vorkommt, ziehe ich mal das rechte, mal das linke Bein mit eigener Kraft nach vorne. Es ist also wahr, langsam kommt das Gefühl in meine Beine zurück. Ich beschließe einen besonderen Moment daraus zu machen, wenn ich Svea mit meinen neuen Möglichkeiten überrasche.

Ist sie beim Einkaufen oder erledigt Botengänge, schnappe ich mir heimlich meine Krücken, drücke mich selbst aus

dem Rolli und ziehe mich Schritt für Schritt nach vorn. Zuerst mühsam und unter heftigen Schmerzen. Aber nach ein paar Tagen schaffe ich schon ein paar wenige Meter auf meinen eigenen Füßen, gestützt auf Krücken. Tränen der Freuden schießen mir in die Augen. Ich bin so unfassbar stolz auf meine Leistung. Und ich bin dankbar! Bin Svea so unsagbar dankbar! Für ihre Mühen, ihren unermüdlichen Willen, für die Qualen die sie mir zugefügt hat. Ihre Ideen, mit denen sie mich immer wieder aufs Neue motiviert hat. „Ich danke dir mein Engel!“ hebe ich meine gefalteten Hände Richtung Himmel.

„Geht es dir gut mein Schatz?“, fragt sie mich.

„Ja bestens. Warum fragst du?“

„Weil du dich verändert hast! Du bist manchmal so in dich gekehrt, so nachdenklich. So kenne ich dich sonst nicht.“

„Nein wirklich, mein Liebling, es ist alles ok. Ich dachte nur, es wäre schön, noch mal nach Schweden zu fahren, bevor der Winter kommt.“ 

„Schatz, das ist eine wunderbare Idee“, freut sich Svea.

„Dann lass uns mal in Ruhe nach einem geeigneten Termin suchen, ok?“ antworte ich ihr mit einem hinterlistigen Gedanken im Kopf.

In Schweden wird der Moment sein, in dem ich mich vor ihren Augen erstmals mit eigener Kraft aus dem Rolli erheben will. Nicht mal ein halbes Jahr hat es gedauert, dass Svea aus mir einen völlig neuen Menschen gemacht hat. Mich aus der Depression geholt und mich vor dem sehr wahrscheinlichen Selbstmord bewahrt hat.

Weitere zwei Wochen vergehen, bis wir an einem Donnerstag in Richtung Osby aufbrechen. Zwei Wochen, in denen ich keine Gelegenheit auslasse, meine Beine mit unermüdlichen Geh- und Wasserübungen zu stärken. Mein Schwedisch ist auch schon einigermaßen. Auch das habe ich Svea zu verdanken, die mit einer Wahnsinnsgeduld mit mir gepaukt hat. Blamieren werde ich mich damit sicher nicht, auch wenn es natürlich noch nicht perfekt ist. Es sind vier Tage Aufenthalt geplant. Und am Sonntag, wenn auch ihre Geschwister da sein werden, möchte ich meine Geliebte überraschen. Das es insgesamt drei, genaugenommen sogar vier Überraschungen werden sollen, wissen wir beide noch nicht!

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