Mit dem Rolli ins Glück - Teil 1

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Mit dem Rolli ins Glück - Teil 1

Mit dem Rolli ins Glück - Teil 1

Gero Hard

Fips eilt ihr hinterher. Eine Weile höre ich beide noch reden, verstehe aber kein einziges Wort vom Gesagten. Einige Worte werden geflüstert… was haben die hinter meinem Rücken zu flüstern? Lästern die zwei etwa gerade über mich? Meine Laune wird echt nicht besser von sowas. Fips weiß das ganz genau, warum tut er das? Zu verlieren hat er nichts, deswegen vielleicht.

Reichlich Minuten vergehen, bis ich die Eingangstür ins Schloss fallen höre und weitere Minuten, bis Fips wieder bei mir steht. Was folgt, ist eine gehörige Standpauke von ihm. Was das soll, … die einzige Bewerberin, … Chance geben, … keine andere Wahl, … Mutter als einzige Alternative… und hübsch ist sie auch noch…! So und ähnlich hagelt es einen Vorwurf nach dem anderen. Zum Abschluss drückt er mir einen Zettel mit einer Adresse und ihrer Handynummer in die Hand. „Los du Dummkopf, ruf sie an. Ich muss jetzt weg.“

Und das ist er dann auch, weg! Lässt mich mit meinen Gedanken und meiner Wut, meiner Unsicherheit, Alternativlosigkeit und meiner Depression allein.

Sofort kreisen wieder diese Selbstmordgedanken im Kopf. Wieder wird mir schmerzlich bewusst, wie sehr ich auf fremde Hilfe angewiesen bin und sein werde. Anstelle dieser blöden Notiz in meiner Hand, wäre mir jetzt eine große Schachtel Schlaftabletten viel lieber. Mit einem Schluck Wasser wären nicht nur die, sondern auch blitzartig alle Sorgen heruntergespült, unwiederbringlich! Ganz leicht und endgültig!

Es wird sich schon eine andere Lösung finden lassen. Ich werde morgen gleich mal mit der Zivildienststelle und Berufsgenossenschaft telefonieren. Sollen die sich kümmern, ist schließlich deren Job, für den die Mitarbeiter sehr gutes Geld bekommen. Ob sie es auch verdient haben, müssen sie mir morgen beweisen.

Kurz aus der Sicht von Svea: Was war das denn bitte für ein Auftritt? So hat mich ja noch niemand abgefertigt. So hat auch noch nie jemand mit mir gesprochen. Ich will ja nur helfen, aber einen solchen griesgrämigen Typen muss ich mir nicht geben. Nicht mal mein Ex-Ehemann war so abweisend zu mir. Obwohl der auch schon ein ziemlich mieses Stück Mann war, sonst hätte ich ihn nicht zum Teufel gejagt. 

Bisher war ich bei meinen Einsatzstellen beliebt, alle waren zufrieden und haben mich, wenn überhaupt, nur ungern und unter Tränen gehen lassen. Fachlich mehrfach auf die Probe gestellt, waren meine Beurteilungen bisher einwandfrei. Und nun sowas? Wie kann man denn so sein, oder werden?

Es sollte meine letzte Einsatzstelle sein, bevor ich in meine Heimat Schweden zurückgehe. Maximal ein Jahr, länger will ich auf keinen Fall warten, bis ich meine Familie wiedersehen kann. Ich vermisse sie alle so sehr. Vor allem meine lieben Eltern, aber auch meine beiden älteren Brüder mit ihren eigenen Familien, die Seen, die Landschaft und nicht zuletzt mein Elternhaus mit dem direkten Blick auf den See. 

Hätte Fips mich nicht noch zurückgehalten und mich gebeten dem Ekel eine zweite Chance zu geben, ich hätte meine Kontaktdaten ganz sicher nicht dort gelassen. Ich gebe ihm Zeit bis Sonntag. Hat er dann nicht angerufen, lasse ich mir am Montag von meinem Chef eine neue Adresse geben, so einfach ist das.

Freitag. Fips weckt mich. Wie kommt der hier rein, denke ich noch verschlafen. Dann fällt es mir ein, er hat ja einen eigenen Schlüssel zum Haus. Bei seinem Nachfolger wird mir das sicher nicht noch mal passieren, schwöre ich mir innerlich und bin sauer auf mich selbst. Kein freundliches „Guten Morgen“ oder „Hey, gut geschlafen?“, höre ich wie sonst von ihm, sondern: „Hast du sie angerufen?“

„Nein, habe ich nicht. Ich will jemand anderen. Männlich. Das Amt muss sich kümmern.“, antworte ich gequält, weil er mich schon aus dem warmen Bett zerrt.

Heute ist er grob zu mir. Er ist immer noch sauer auf mich, weil ich Svea gestern so angeblafft habe. Und weil ich mich nicht auf sie eingelassen habe, sondern heute das Amt um einen anderen Pfleger bitten will. Nachdem er mich im Bad unterstützt und mich angezogen hat, sitzen wir zusammen in der Küche beim Frühstück. Warum überrascht es mich nicht, dass Fips auf mich einredet, es mit Svea zu probieren. Eine Frau im Haus würde mir guttun, meint er und vielleicht hat er sogar recht damit. Nach der Trennung habe ich kein weibliches Wesen mehr an mich herangelassen. Vielleicht auch ein Grund, warum ich mich Svea gegenüber so unfair verhalten habe.

Wäre es im Krankenhaus so anders, wenn die Schwestern dort die Pflege übernähmen? Oder eine Ärztin eine intime Untersuchung durchführt? Es gibt auch weibliche Urologen oder männliche Frauenärzte. Warum stelle ich mich eigentlich so an? Auch Fips hat noch ein paar ganz brauchbare Argumente, die für Svea sprechen.

Je länger ich darüber nachdenke ist mir klar, dass ich mich zumindest bei ihr entschuldigen will. Nein, nicht will, sondern auch muss.

Auch Fips’ Laune hat sich nach dem Gespräch deutlich gebessert. Ein kurzfristig dringender Termin zwingt ihn allerdings, mich heute schon um kurz nach Mittag allein zu lassen. Erst überlege ich, meine Mutter anzurufen, damit sie heute Nachmittag die Vertretung übernimmt. Besser finde ich aber meine spontane Idee, Svea heute Nachmittag zu mir zu bitten. Zum Kaffee, zum Entschuldigen und vielleicht ein paar Probestunden mit mir zu verbringen. Ich rufe sie an….

Kapitel 2

„Hallo Svea, hier ist Finn, Finn Schmidt. Ich möchte mich bei Ihnen für mein Verhalten gestern entschuldigen. Ich würde mich freuen, wenn wir bei einer gemütlichen Tasse Kaffee das Kriegsbeil begraben und einfach wieder bei null anfangen könnten?“ … Stille …

„Hey Finn, ich bin aber immer noch sauer mit Ihnen. Sie haben mich gestern schon ziemlich verletzt. Aber ok, ich komme um 15.00Uhr und bringe den Kuchen mit. Bis später.“ Klack…. aufgelegt.

Nicht die geringste Chance auf eine Antwort hat sie mir gelassen. Sie weiß anscheinend was sie will und was nicht. Das gefällt mir schon mal. Ich mag Leute um mich, die eine eigene Meinung haben und diese auch sagen.

Seit heute Morgen bin ich allein in meinem Häuschen. Das kenne ich schon von den Wochenenden, in denen sich die Zeit endlos in die Länge zieht. Aber heute ist erst Freitag… verdammt, ein noch längeres Wochenende steht mir bevor. Gelangweilt blättere ich auf der Terrasse in einem Buch, dass ich schon kenne. Ich lese es nochmal, aber die Handlung interessiert mich irgendwie nicht.

Die Sonne lädt meinen Vitamin-D-Akku wieder auf. Ihre wärmende Kraft dringt tief in mich ein. Das tut gut.

Alleinsein ist auch etwas, was meine Depressionen nährt. Sie zeigen hämisch mit dem gestreckten Zeigerfinger auf meine Hilflosigkeit, um sie mir noch deutlicher vor Augen zu halten.

Der Türgong erschreckt mich! Eigentlich kommt nur Svea als möglicher Störenfried in Frage. Ich rolle von der Terrasse um das Haus herum und da steht sie, in lässiger Jeans, Poloshirt und einer Jeansjacke.

„Hi, schön, dass Sie da sind.“, lächle ich sie an, während ich ihr meine Hand zur Begrüßung entgegenstrecke.

„Hallo Finn, ich weiß noch nicht, ob es mich freut hier zu sein. Fragen Sie mich später noch mal.“, antwortet sie mit einem verschmitzten Lachen.

Auf der Terrasse entwickelt sich bei Kaffee und ihrem mitgebrachten Kuchen, der selbst gebacken und übrigens sehr lecker ist, ein lockeres Gespräch. Natürlich entschuldige ich mich als Erstes bei ihr und erkläre, warum ich gestern so dämlich geantwortet hatte.

„Schon ok, wir haben alle mal schlechte Tage. Aber es hat mich trotzdem verletzt.“, winkt sie ab.

Im Gespräch lernen wir uns etwas kennen. Jedes Detail meines Unfalls, der Heilbehandlung inklusive Reha-Maßnahme und meiner Zeit danach, möchte sie wissen. Ich erzähle ihr meine Geschichte, von meiner Trennung und den Gründen dafür. Svea hängt förmlich an meinen Lippen. Noch nie habe ich so eine aufmerksame Zuhörerin erlebt.

Von ihr erfahre ich, dass sie eine fast geschiedene 33-jährige Schwedin ist, wie lange sie schon hier in Deutschland ist und welche Erfahrungen sie bisher in der Krankenpflege gesammelt hat. Ihr Lebenslauf beeindruckt mich ehrlich gesagt. Die Stimmung wird mit jedem Satz lockerer. Über zwei Stunden sitzen wir uns gegenüber. Fast kommt es mir wie ein Spiel vor. Wie Flaschendrehen, bei dem es aber nur „Wahrheit“ gibt und der eine den jeweils anderen mit einer noch interessanteren Geschichte übertrumpfen will.

Während wir reden, haben meine Augen heimlich ihren Körper gescannt. Heute trägt sie ihr volles Haar offen. Es lässt ihr Gesicht noch schmaler erscheinen. Ihre Brüste sind mittelgroß. Eine Handvoll, wenn man das übliche „Männermaß“ anlegt. Die Hüften sind schmal, ihr Becken etwas breiter, ohne besonders ausfallend zu sein. Ihre Arme und Beinen sehen kräftig aus und deuten auf ein effektives Training hin. Wie schon gesagt: kein Model, aber trotzdem mehr als nur ansehnlich. Wenn ich es recht überlege, entspricht sie in etwa meinem Beuteschema… fasst mein Gehirn die empfangenen Bilder meiner Augen kurz, einfach, aber treffend, zusammen.

„Was gibt es zu grinsen, ich kann mich nicht erinnern einen Witz erzählt zu haben.“, boxt sie mich auf die Brust.

„Nichts Besonderes, ich war gerade etwas in Gedanken.“, wiegele ich ab. Sie zieht die Stirn kraus, lässt es aber unkommentiert.

Am Ende verabreden wir uns für den nächsten Tag zum Probearbeiten. So gegen 9 Uhr will sie da sein. Fips wird auch da sein, verspricht er mir später in einer WhatsApp. Auf den Anruf beim Amt habe ich verzichtet. Nein, stimmt nicht, diese Frau hat ihn mich schlichtweg vergessen lassen.

****

Fast zeitgleich treffen Svea und Fips am Samstagmorgen bei mir ein, während ich noch verschlafen in meinem Bett liege und mir die neusten TikTok auf meinem iPad Air ansehe.

Erschrocken fahre ich auf, als meine Schlafzimmertür mit einem doppelten „Guten Morgen“ aufgestoßen wird. Wie aus einem Zweiklanghorn klingen die zwei Stimmen in meine Ohren.

„Oh, da ist ja schon jemand wach.“, stellt Svea treffend fest, „da können wir ja gleich durchstarten, oder?“

Ihre gute Laune ist kaum zu ertragen, wenn ich noch so müde bin.

„Na dann los“, damit schiebt sie den Rolli neben dem Bett in Position.

Ich drehe mich so, dass sie unter meinen Armen hindurch ihre Hände vor meiner Brust verschränken und mich in den Rolli ziehen kann.

Ich bin überrascht, mit welcher Leichtigkeit ihr das gelingt. Dann schiebt sich mich ins Bad. Fips gibt ihr den Weg vor und hält die Türen auf. Aber ansonsten hält er sich zurück. Wir hatten vereinbart, dass er nur eingreift, wenn etwas grundlegend schief geht.

„Bereit?“, fragt sie mich mit festem Blick in meine Augen.

„Bereit.“, antworte ich mit einem entschlossenen Nicken.

Generalprobe. Zum ersten Mal nach den Monaten der Trennung wird mich eine Frau nackt sehen. Das Oberteil von meinem Shorty schaffe ich allein, die Hose wird sie mir ausziehen müssen. Ich unterstütze sie, indem ich mich mit den Armen nach oben drücke und so meinen Hintern frei in der Luft schweben lasse.

Mit einem Ruck hängt meine Shorts in den Knien. Ich fühle, wie mir die Schamröte ins Gesicht schießt. Aber ganz der Profi würdigt sie meiner männlichen Mitte nicht mal einen Blick, während sie mir die Hose vollständig auszieht. Wieder der Klammergriff um meine Brust und schon sitze ich auf dem Hocker in meiner Dusche. An den Haltegriffen hochgezogen, kann ich einen Moment stehen. Das hilft beim Waschen.

Svea macht das wirklich gut. Sie vergisst keinen Zentimeter meiner Haut. Meinen Hintern bis hin zum Poloch, meinen Hodensack, den sie beim Waschen leicht in der Hand wiegt und meine beiden Bollen in den Fingern rollt. Keine Ahnung, was das mit waschen zu tun hat, aber es fühlt sich gut an. Meinen Penis wäscht sie wie es sich gehört und vergisst dabei nicht, die Vorhaut zurück zu ziehen und auch darunter zu waschen. Die Männer unter uns wissen, wie wichtig das ist. Ich bemühe mich, an etwas Banales zu denken, um die Empfindungen an meiner Körpermitte auszublenden. Aber ein leichtes Anschwellen der Schwellkörper kann ich dennoch nicht verhindern. Natürlich fühlt und sieht sie es, sieht mir in die Augen und lächelt mich an.

„Und schlimm?“, fragt sie mich.

„Ich wurde schon schlechter gewaschen.“, antworte ich zweideutig.

Nachdem sie mich abgetrocknet und mir meine Unterwäsche angezogen hat, schiebt sie mich vor das Waschbecken. „Zähneputzen und rasieren können Sie allein oder?“

Zur Bestätigung nicke ich kurz, wonach sie sich umdreht und das Bad verlässt. Es ist schön, dass sie mir ein Stück Privatsphäre lässt. Fips ist sonst immer bei mir geblieben. Kurze Zeit später rolle ich in mein Schlafzimmer zurück, wo Svea bereits mit meiner Jeans und einem Polo auf mich wartet. Schnell ist auch das angezogen.

„Und jetzt frühstücken, Fips wartet schon.“

„Ich frühstücke nie.“, antworte ich.

„Ab heute schon. Und keine Widerrede“, wird sie streng.

Zu dritt sitzen wir am Küchentisch, es duftet nach frischem Kaffee. Fips hat Rührei und Speck gebraten. Frische Brötchen stehen da und eine gute Auswahl an Käse und süßem Aufstrich. Wir essen mit großem Appetit. Es ist schön am Wochenende nicht allein zu sein.

„Svea, wie finden Sie selbst den Einstieg?“ 

„Ich kann noch nicht viel dazu sagen. Aber bis jetzt habe ich noch nichts machen müssen, was mir unangenehm gewesen wäre“, antwortet sie mit einem Lächeln.

„Das beruhigt mich. Ich war skeptisch, ob ich mit der Situation, vor Ihnen nackt zu sein, zurechtkommen würde. Es war ungewohnt, aber zu ertragen. Und wenn Sie meine Entschuldigung von gestern annehmen, würde ich gern weiter von Ihnen gepflegt werden.“ 

„Ja, ich nehme Ihre Entschuldigung an und würde mich freuen, wenn ich weiter für Sie die Pflege übernehmen dürfte. Es ist schön hier bei Ihnen und ich wohne nicht so weit weg. Es passt alles ziemlich gut, … bisher.“ fügt sie zögernd hinzu.

„Jetzt, wo Sie mich schon nackt gesehen haben, wollen wir uns nicht lieber ‚duzen‘? Ich würde das gut finden und macht die Zusammenarbeit noch angenehmer, persönlicher, finde ich.“ 

„Ja, das finde ich auch. Dann bitte in Zukunft Svea oder Fee, wie mich meine Freundinnen nennen.“ 

„Fee? Kommt das von „Gute Fee“?“ 

„Wahrscheinlich, ich weiß nicht, wie meine Mädels darauf gekommen sind“, zuckt sie kurz mit den Schultern.

„Finn“, antworte ich zurück, „einen Spitznamen habe ich nicht.“

„Und Finn, was hast du heute noch vor?“, fragt sie mich nach einer Weile.

„Was soll ich schon groß vorhaben. Es ist Wochenende, normal bin ich jetzt allein und ziemlich ortsgebunden“, wobei ich auf meinen Rolli zeige.

„Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich heute den ganzen Tag bei dir bleiben. Zum Eingewöhnen. Wäre das ok für dich?“

„Ja klar, von mir aus gern.“

„Super, dann fahren wir gleich in den Tierpark.“, bestimmt sie.

„In den Tierpark? Da war ich ewig nicht.“, frage ich erstaunt nach.

„Umso besser. Die Wege sind schön ausgebaut, das Wetter ist herrlich. Also raus an die frische Luft.“

An ihre bestimmende Art werde ich mich wohl erst noch gewöhnen müssen. Im Moment ist es zugegebenermaßen etwas nervig. Aber immer noch besser, als das ganze Wochenende hier allein zu sitzen und Trübsal zu blasen.

„Auch ein Eis?“, fragt mich Svea, als sie mich ruhig zwischen den Tiergehegen hindurch schiebt.

„Hhhmm…“, brumme ich zurück.

„Sorry, wollte nicht stören.“ zickt sie zurück, lässt mich wortlos stehen, um uns am Kiosk ein Eis zu kaufen. Dann schiebt sie mich wortlos weiter. Bei der nächsten Parkbank setzt sie sich vor meinen Rolli.

„Finn, ich sollte gleich zu Anfang was klarstellen. Bei mir kommt keine Langeweile auf. Ich werde dich fordern und fördern. Ich möchte, dass du aus dir herauskommst. Auch mal über deinen Schatten springst oder etwas tust, worauf du gerade nicht so Bock hast. Und wenn du dich ein wenig darauf einlassen kannst, dich auf mich einlassen kannst, dann verspreche ich dir für dich da zu sein. Vielleicht auch über die vereinbarten 40 Stunden hinaus. Dann werden wir eine schöne Zeit haben, davon bin ich überzeugt. Hast du das verstanden?“, blickt sie mir streng in die Augen.

„Es tut mir leid, ich bin nicht so gesprächig. Alles ist so ungewohnt. Fips, mit dem mich mittlerweile eine Art Freundschaft verbindet, wird studieren und weg sein. Meine neue Betreuung ist eine Frau, der Tierpark, deine bestimmende Art. Bitte gib mir etwas Zeit, ich meine es nicht böse.“ 

Das ich stark depressiv und suizidgefährdet bin, verschweige ich ihr, genau wie ich es Fips nie erzählt habe.

Am späten Nachmittag sind wir wieder bei mir im Haus. Ich muss dringend auf die Toilette und das sage ich Svea auch, die mich sofort ins Bad schiebt, mir dort die Hose auszieht und mich auf die Toilette hebt.

„Ruf mich, wenn du fertig bist, ok? Und mach dir nicht so’n Kopf, all das hier ist natürlich und menschlich.“

Wie ein Säugling komme ich mir vor, als sie mir mit Feuchttüchern den Hintern abputzt, während ich mich mit den Armen nach oben drücke. Eine erniedrigende Position muss ich einnehmen, damit sie ihren Job machen kann. Ob ich mich daran gewöhnen werde? Habe ich eine Alternative?

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