Ja, so ist das nun, seit die sich die Lütte in der Einliegerwohnung immer breiter macht, da geht man eben einmal mehr, oder zweimal, oder dreimal! Selbst zum Abwischen der südpolaren Regionen nach dem Pinkeln muss ich das Tuch jetzt mehr seitlich führen. Direkt von oben, über den Bauch, dafür reicht die Armlänge längst nicht mehr.
Ich mache mich wieder auf ins Bett, ist ja erst halb acht. An Schlafen ist allerdings nicht mehr zu denken, dafür bin ich schon viel zu wach und viel zu ausgeschlafen. Lustlos durchs Fernsehen zappen, schauen, was bei Erozuna so los ist?
Nein, keine Lust. Ich streichle mir über meinen Bauch und fühle die Bewegungen der Lütten – genieße das eine Weile. Ich habe es ja immer für ein Märchen gehalten, das mit der vermehrten Lust in der Schwangerschaft, aber inzwischen spüre ich es am eigenen prallen Leib. Die Lust ist größer geworden und in der Kiste läuft erfreulicherweise mehr – viel mehr. Denn auch meinem Freund geht es so. Ständig will er mir an die Umstandswäsche. Ist es die Torschlusspanik, dass nach der Geburt nichts mehr ist wie früher? Oder ist es die stärkere Verbundenheit zueinander, die wir fühlen, weil wir jetzt eine richtige Familie werden? Sicher von beidem was. Und dann kommen bei mir noch die hormonellen Veränderungen hinzu. Der Prozess war in den ersten Monaten schleichend, aber je mehr sich mein Bauch wölbt, desto rolliger werde ich zuweilen. Ja, ‚rollig‘ trifft es an manchen Tagen sehr gut. Ich war nie eine Kostverächterin und auch im ‚nichtträchtigen‘ Zustand zuweilen geil, so richtig geil! Aber so wie jetzt, wo ich beim Einkaufen fast bereit wäre, wildfremde Sackträger anzuspringen, das ist Premiere bei mir.
Ohne groß darüber nachzudenken wandern meine Hände nach unten.
Mein Schlüpfer stört die Wanderschaft.
Mobby Dick
Magische Nacht
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Mobby Dick
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