Monika

Geschichten vom Anfang der Sinnlichkeit

24 13-21 Minuten 0 Kommentare
Monika

Monika

Stayhungry

Irgendwann fragte sie ihn schließlich: Kommst Du? und er antwortete nur: Gerne. Es bedurfte keiner weiteren Klärung. Sie steuerte auf ihr Auto zu und er kam gar nicht auf die Idee zu fragen, wohin die Reise ginge.

Und obwohl sie in diesen scharfe-Sekretärinnen-Look gekleidet war mit engem, über dem Knie endenden Rock, tief ausgeschnittener Bluse und reizvollen, aber nicht unüblichen Stöckelschuhen, so ahnte er doch nicht ansatzweise, was ihn erwartete.

*

Nach Ankunft in ihrer Wohnung huschte sie ins Bad. Das kannte er, und wenn dieser Vorgang auch gemeinhin als sich-das-Näschen-pudern bezeichnet wurde, so konnte er dem Plätschern zunächst der einen, dann der anderen Art entnehmen, welche Vorbereitungen sie nun traf. Als sie das Bad verließ, trug sie einen dunkelgrünen Bademantel aus Seide, reizvoll, aber verschlossen, und ging mit ihrer bisherigen Bekleidung auf dem Arm ins Schlafzimmer. Er folgte ihr nicht, da sie ihn nicht dazu aufgefordert hatte und nutzte die Zeit, um es ihr in hygienischer Hinsicht gleichzutun.

Dann setzte er sich auf das Sofa und wartete.

*

Ihre Haltung war im wahrsten Sinn des Wortes perfekt, ihr Rücken gerade, als hätte sie ein Lineal verschluckt, ihr Bauch gespannt, die Brust gereckt, der Kopf hoch erhoben. Ihre ernsten Augen lugten durch den tiefhängenden Scheitel ihrer dunklen, rotbraunen Haare, die bis zu den Schultern reichten.

Sie hätte auch nicht lässiger vor ihm stehen können in diesen Schuhen, deren Absätze so hoch waren, dass es verwunderte, wie sie überhaupt das Gleichgewicht halten konnte. Sie dienten nur als absolut nachgeordnetem Zweck der Fortbewegung, ihre ureigene Bestimmung war die Lust.

Er spürte geradezu, wie sich die Muskeln ihres Unterleibes um sein Glied schlossen in ihrer Anspannung, die Balance nicht zu verlieren, obwohl er sie noch gar nicht berührt hatte. Und in ihrem Blick stand die Erregung wie ein offenes Geheimnis. Sie hatte schon begonnen zu genießen, mehr noch als er, der untätige Betrachter.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 6673

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben