Morgenstund hat Gold im Mund

32 4-8 Minuten 0 Kommentare
Morgenstund hat Gold im Mund

Morgenstund hat Gold im Mund

Kate H.

Er war auf dem Weg zur U-Bahn, als vor ihm eine Frau mit dem Rad fuhr. Er registrierte sie kurz, schaute wieder auf den Boden, lief einige Schritte weiter, bis er ein Geräusch hörte und aufschaute. Die Tasche war heruntergefallen. Sie hielt an und sah zurück. Ihr Gesicht verzog sich zu einem „Bitte nicht!“ Ausdruck. Für ihn waren es ungefähr drei Meter. Er rannte los und hob sie auf, kam einige Schritte auf sie zu.  Sie schauten sich an und er übergab ihr die Tasche.
„Danke“, erwiderte sie und lächelte ihn an.
„Gern“, antwortete er, dabei zuckte sein linker Mundwinkel leicht nach unten. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, ging er weiter und tat, als wäre die Sache im selben Moment vergessen. In ihr entzündete sich ein Funken, der besagte halt ihn auf und darum rief sie: „Warte mal!“
Er drehte sich um und schaute sie mit fragenden Augen an.
„Kann ich dich auf einen Kaffee einladen?“, fragte sie.
„Klar, warum nicht“, erwiderte er. Er schätzte sie nicht älter als dreißig und er musste sich eingestehen, dass er sie für gut befand. Sie hatte lange blonde Haare, große Augen und schmale Lippen, trug Jeans und einen schwarzen Pullover. Sie sah natürlich aus und dazu noch sehr sexy. In den Ohrlöchern steckten Perlenohrringe. Er liebte Perlenohrringe.
„Gleich da vorn gibt es ein Café, ist etwas im Retrostil gehalten.“
Er nickte und sagte: „Na klar.“
Es waren ein paar Meter bis zum Café. Sie erzählte etwas davon, dass sie normalerweise ihre Tasche festmachte und sie nicht einfach so davonflog. Sie besaß sie feste Harken, mit denen sie ihr Gepäck verankern konnte, nur heute hatte sie diese vergessen. Er äußerte sich verständnisvoll und sagte, dass er früher Fahrrad gefahren ist, momentan hatte er das Hobby ausgesetzt, denn in Berlin war Rad fahren einfach nur gefährlich. Im Café angekommen setzten sie sich an einen runden Holztisch.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 8003

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben