Jetzt erst bemerkte Bridget den weitaus interessantesten Gast: einen eleganten Mann in ihrem Alter. Er trug eine Anzugshose und ein Hemd, dessen Ärmel er hochgekrempelt hatte. Die Lederschuhe waren blitzblank. Das gepflegte Äußere wurde ergänzt durch dunkle Sonnenbrillen und eine dezente Armbanduhr.
Schlagartig aktivierte Bridgets Gehirn, ohne ihr willentliches Zutun, ihren Flirtmodus: Die rechte Hand fasste an ihre Balenciaga-Shades – ohne jeden Grund, denn diese saßen perfekt. Ihr Kopf neigte sich ein wenig zur Seite, ihre Fußspitzen waren nun direkt auf diesen Gentleman am Nebentisch gerichtet. Mit der linken Hand fuhr sich Bridget langsam über den Oberschenkel, so als müsse sie ihre Strümpfe glattstreichen. Dann griff Bridget nach ihrem Glas, setzte ihre Lippen genüsslich an und machte einen kleinen Schluck. In regelmäßigen Abständen suchte sie Blickkontakt, doch der Mann schien sich nicht für sie zu interessieren.
Die Blondine nahm das Desinteresse des Herren gelassen. Sie konzentrierte sich darauf, den Tag, die Sonne, den Drink und das entspannte Ambiente der Stadt zu genießen.
„Der Herr vom Nebentisch hat mich gebeten, ihnen eine Nachricht zu übermitteln.“ Bridget wurde aus ihren Tagträumen gerissen und blickte den Kellner verwundert an. Dieser hielt ihr freundlich sein Tablett unter die Nase. Auf diesem standen nicht wie üblich Gläser und Teller, stattdessen lag dort ein fein säuberlich gefalteter Notizzettel.
„Also doch!“, dachte Bridget triumphierend und öffnete neugierig das Blatt Papier.
„Ziehen sie ihren Rock ein Stück nach oben. Sie haben wirklich schöne Beine!“ Unter der Nachricht stand eine Mobiltelefonnummer.
Bridget grinste. Ein Wolf im Schafspelz also. Elegant gekleidet, erstklassiges Auftreten, gepflegte Haare und Hände. Und dann dieses unmoralische Angebot…
Bridget brauchte nicht lange zu überlegen. Sie richtete sich ein wenig auf.
Mr. Cool
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