Ria spitzte die Ohren, als ihr die Mama das zweite Versprechen gab. Verenas Stimme klang sehr, sehr bestimmt:
„Zweitens: sollte dein Schnabel wieder einmal dein Köpfchen überholen, scheue ich mich nicht, dich sofort übers Knie zu legen! Ab heute weht da ein völlig anderer Wind, Fräulein. Vergiss das ja nicht!“
Verena gab ihrer Tochter je einen zarten Klaps auf die beiden hochroten Bäckchen. Ria linste über ihre Schulter. Das zweite Versprechen war ihr nicht ganz so angenehm. Verenas ernster Gesichtsausdruck sagte ihr, dass es daran wohl nichts zu rütteln gab. Jetzt ging es ihr wie Alina!
Maria brauchte diese Strenge, das wurde ihr immer bewusster. In der Schule wachte Herr Berger über sie, dem sie viel zu verdanken hatte. Andreas war zudem der perfekte Freund für ein wildes Mädchen wie sie. Ihn konnte sie nicht verarschen oder um den Finger wickeln, wie die Typen vor ihm. Jetzt setzte es auch noch daheim was, wenn sie es übertrieb. Ria sah ihre Mutter mit ganz anderen Augen. Sie hatte früher gelacht, wenn ihr die Mama mit einem Povoll drohte. Das war nun anders geworden. Maria musste sich jetzt vorher überlegen, ob sie bestimmte Dinge aussprach oder doch lieber den Mund hielt. Ein liebevoller Kuss unterbrach ihren Gedankenfluss. Verena zog ihr das Höschen hoch, ging dabei sehr sorgsam vor. Maria nahm ihr den roten Popo in keiner Weise übel.
Verena machte ihr eine heiße Schokolade, die sie als kleines Mädchen so gern mochte. Zusammen sahen sie fern, wobei Maria auf zwei weichen Kissen thronte. Die Frauen lästerten über Heidis Top-Models, lachten dabei ausgelassen. Sie kuschelten, erlebten einen schönen Mutter-Tochter Abend, während die Mädchen über den Laufsteg stöckelten. Ria meinte, dass die meisten Kandidatinnen übers Knie gelegt gehörten, weil sie sich so doof aufführten. Verena stimmte zu, fügte aber an, dass Frau Klum auch einen roten Po verdient hätte.
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