“ Dabei lächelte sie so sympathisch, dass Finn sofort zustimmte. „Ja klar, das ist gar kein Problem. Wie lange wollt ihr denn unter euch sein?“ Alina saß stumm da, als ihre Mama schmunzelnd antwortete. „Eine halbe Stunde dürfte für unsere Aussprache genügen, Finn!“ Alina konnte kaum stillsitzen. Sie sah ihren Freund hilfesuchend an, aber Finn schien ihren ängstlichen Blick nicht zu bemerken. Dabei sehnte Alina sich nach diesem Mutter-Tochter Gespräch, aber es verunsicherte sie eben auch. Sie wusste ja selbst, dass es nur eine Methode gab, die ihr helfen konnte. Nachdem Finn die Wohnung verlassen hatte, wandte Sonja sich an ihre Tochter. „Ich habe den Eindruck, dass du dich verrannt hast, Alina! Ich würde dir gerne helfen, wieder zu dir selbst zu finden. Kannst du dir denken, was ich damit sagen will?“ Alina errötete zutiefst. Sie sah ihre Mama aus großen Augen an, fühlte sich dabei wie ein kleines Mädchen. „Ich…glaube…schon. Ich habe auch schon daran gedacht, ob es mir etwas bringen könnte.“ Sonja küsste ihr Mädchen. „Das wird es bestimmt, Alina, auch wenn es etwas schmerzhaft für dich wird!“ Alina atmete tief durch. „Ich weiß, Mama, das soll es ja auch. Ich spüre ganz genau, dass ich deine Nähe brauche. Diese ganz bestimmte Nähe, die es nur zwischen Mutter und Tochter gibt. Ich kann nur runterkommen, wenn du mich über deine Knie legst!“ Sonjas Mund formte sich zu einem herzlichen Lächeln. Sie betrachtete ihre große Tochter, die nervös an ihrem Sommerkleid zupfte. Sonja schob den Couchtisch ein bisschen nach vorne, damit die Frauen genug Platz für ihr Vorhaben hatten. Sie ging vorsichtig vor, damit keine Kaffeetasse umgestoßen wurde. Nach dieser Aktion setzte sie sich wieder auf die hellbeige Couchlandschaft. Alinas Herz pumpte schneller als gewöhnlich. Diese Situation hatte sie das letzte Mal vor einigen Jahren erlebt.
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