Nach alter Mütter Sitte

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Nach alter Mütter Sitte

Nach alter Mütter Sitte

Andreas

Vielleicht gibt es dann eine alternative Möglichkeit, um diese Angelegenheit zu bereinigen.“
Romy spürte, dass ihre Lage aussichtslos war. Der jüngere Mann hatte ja recht. Es war nicht das erste Mal, dass Zigaretten in ihre Handtasche gewandert waren. Es blieb ihr nichts anders übrig, als zumindest den heutigen Diebstahl einzuräumen.
„Ja, es tut mir ja auch leid. Ich habe eine Schachtel aus dem Automaten gelassen und sie dann in meine Handtasche gesteckt. Ich wollte sie eigentlich bezahlen, aber dann habe ich es vergessen.“
Die Männer waren mit dieser Aussage nicht zufriedenzustellen und auch Birte merkte, dass ihre Tochter ein Lügenmärchen erzählte.

„Wenn sie den Diebstahl nicht einmal zugeben wollen, wird es nicht ohne Polizei gehen!“
Der Marktleiter wirkte gereizt und Birte konnte ihn gut verstehen.
„Hör auf dich herauszureden, Romy! Du hast gestohlen und ich befürchte, dass es nicht nur einmal war. Wenn du unbedingt auf das Polizeirevier möchtest, musst du einfach nur so weitermachen!“
Romy trippelte verlegen auf der Stelle. Mittlerweile hatten einige der Kunden mitbekommen, dass es hier etwas zu beobachten gab. Romy hörte Bemerkungen, die ihr gar nicht gefielen.
„Die kenne ich doch. Hat immer ein freches Mundwerk!“, echauffierte sich eine alte Frau, die ihren ebenso betagten Dackel an der Leine führte.
Zu Romys Leidwesen bestätigten mehrere Kunden diese Behauptung. Ein beleibter Handwerker meinte sogar, dass er Romy auch schon mal beim Klauen beobachtet hätte. Birte nahm ihm den Wind aus den Segeln.
„Warum haben sie es dann nicht gemeldet?“
Daraufhin verzog er sich in den Markt. Romy gab nun endlich zu, dass sie die Zigaretten klauen wollte.
„Sie werden ein Jahr Hausverbot bekommen, das ist schonmal klar. Auf eine Anzeige verzichte ich ausnahmsweise.

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